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Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über die Gottesfurcht und den jüngsten Tag

8.

Gott steht auf, um zu richten, und erhebt sich gegen seine Feinde; da befällt Zittern die Schöpfung, und sie wird wie tot. Gott steht auf, um zu richten, und alle Schöpfungen werden vernichtet, und das Weltgebäude vermag des Richters Zornglut nicht zu ertragen. Gott steht auf, um zu richten; Himmel und Erde lösen sich auf, und die ganze Welt stürzt zusammen, und alle ihre Schönheiten schwinden dahin. Gott steht zum Gerichte auf gegen die Frevler und Empörer, die Schöpfung fällt zerstört zusammen; wer vermag die Gewalt seines Grimmes zu ertragen? Die Höhen sinken vor ihm nieder, und alle Tiefen stürzen ein, Himmel und Erde vergehen und schwinden wie Rauch dahin. Er rollt die ganze Schöpfung zusammen und wirft sie wie ein Gewand von sich, um in seinem Grimme Rache zu nehmen an den Feinden, die ihn hassen. Wie in einen Mantel hatte er sich in die ganze Welt eingehüllt, aber er wirft sie in seinem Zorne weg, um an seinen Verächtern Gericht zu üben. Wie ein zornerfüllter Mann in seinem Grimme die Kleider fortwirft, um seinen Gegner zu strafen und an seinen Feinden Rache zu nehmen, so wirft jener Richter seine ganze Schöpfung weg und zerschmettert sie über den Ruchlosen und Empörern, die ihn verachteten, lästerten und für nichts hielten. Die Geschöpfe ertragen die Zorneshitze des Richters nicht, der vom Feuer des Grimmes gegen die Feinde und Gottlosen glüht; Feuer frißt ja vor ihm her und lodert mächtig rings um ihn, es verzehrt die Ruchlosen und vertilgt die Frevler. Alle, die ihn in seiner Langmut höhnisch lästerten und für nichts achteten, werden vergehen wie dürre Reiser vor dem Feuer, das von ihm ausgeht. Der Himmel wird vor Entsetzen finster; welcher Ruchlose wird da gerettet werden? Das Meer vertrocknet aus Furcht vor ihm; welcher Frevler wird da mit dem Leben davonkommen? Die ganze Erde steht in Brand; welcher Sünder wird da entrinnen? Des Herrn Feuer erscheint, um zur Rache auszuziehen, und Himmel und Erde und Meere entzünden sich dadurch wie Stoppeln. Nur ein Fünklein geht vom Feuer der Gottheit aus, und von den erschaffenen Völkern hält kein einziges seine Glut aus.

 

 

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Vorbemerkung: Rede über die Gottesfurcht und den jüngsten Tag
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger