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Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über die Gottesfurcht und den jüngsten Tag

7.

Wenn nun schon das heimliche Begehen der Sünde solche Angst verursacht, welches Entsetzen wird sie erst bewirken, wenn sie ans Tageslicht kommt! Wenn die Sünde schon hier demjenigen, der sie begeht, Furcht einjagt, wie groß wird erst die Furcht sein, die sie ihm verursachen wird, wenn er vor dem Richter stehen wird! Der Dieb und der Ehebrecher schämen sich, wenn nur ein Mensch sie sieht; wie groß wird dann die Beschämung sein, in der sie dastehen werden, wenn Himmel und Erde auf sie blicken werden! Kein einziger Gedanke, der je im Herzen war, bleibt zurück, daß er nicht herausträte; auch nicht einen einzigen Augenblick gibt es, der dort nicht erschiene und vor Gericht stünde. Alles Geflüster und Gelispel schändlicher Leidenschaft wird an jenem Tage vom gerechten Richter, der das Verborgene öffentlich richtet, offenbar gemacht werden, Er ruft Himmel und Erde herbei, um mit ihm zum Gerichte zu kommen. Die Bewohner der Höhe und der Tiefe stehen mit Zittern und Beben da. Die Heerscharen von oben und die Heerscharen von unten erbeben voll Angst vor dem erbarmungslosen Richter, der mit Schrecken und Tod gerüstet dasteht. Der Himmel rollt sich vor Entsetzen zusammen, und die Gestirne fallen von ihm ab wie unreife Früchte vom Feigenbaum und wie Blätter von den Bäumen. Vor Furcht verfinstert sich die Sonne, bebend erbleicht der Mond, die hellen Sterne verdunkeln sich aus Angst vor jenem Gerichte. Aufgeschreckt kehrt das Meer sich um, verschwindet, versiegt und ist nicht mehr. Der Erde Staub gerät in Brand, so daß er völlig zu Rauch wird. Die Berge zerschmelzen vor Furcht wie Blei im Ofen, und wie brennender Kalk qualmen zusammensinkend alle Hügel.

 

 

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Vorbemerkung: Rede über die Gottesfurcht und den jüngsten Tag
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger