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Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über die Gottesfurcht und den jüngsten Tag

11.

In Gleichheit erweckt der Schöpfer gleichzeitig die Kinder Adams; gleich, wie er sie erschuf, macht er sie auch auferstehen. Bei der Auferstehung gibt es keinen großen und keinen, der kleiner wäre als der andere; der zu früh Geborene ist genau so, wie der Erwachsene. Nur den Werken und Sitten nach gibt es Hohe und Erhabene. Die einen gleichen den Sternen, die anderen dagegen der Finsternis. Durch Werke der Gerechtigkeit sind die Rechtschaffenen hoch und erhaben; durch Sitten der Bosheit sind die Bösen niedrig und klein. Die Guten werden nach dem Befehle des Richters von den Bösen getrennt; jene werden in den Himmel auffahren, diese aber in den Abgrund hinabsteigen. Jene werden in das Reich eingehen, diese in die Hölle wandern. Dann erschallt nur ein Ausruf von den Oberen und von den Unteren; ein Lobspruch ertönt von beiden Seiten zugleich: „Gerecht bist Du, o Herr, und sehr gerade sind Deine Gerichte“, rufen sogar die Sünder. „Gerecht ist der Herr und gerade“, ertönt es von der Schar auf der rechten Seite, „wer Gutes tat, empfing Gutes zur Vergeltung.“ „Gerecht ist der Herr und gerade“, ruft auch die Menge auf der linken Seite, „wer Böses verübte, trug Böses als Vergeltung davon.“ Heil dann den Tugendhaften und Gerechten, die dann entlassen werden, um in das Leben einzugehen und sich mit Gott im Reiche, das kein Ende nimmt, zu ergötzen. Er teilt ihnen seine Glorie mit, sie kleiden sich in herrliches Licht, und ihre Angesichter leuchten im Himmel noch strahlender als der Himmel selbst. Wehe aber den Bösen und Gottlosen; denn sie werden zur Strafe für ihre Taten mit dem Satan gepeinigt werden! Wer sündigte und Gott beleidigte und auf Erden seine Schandtaten verheimlichte, zieht hinaus in jene äußerste Finsternis, in der kein Licht ist. Wer in seinem Herzen Trug und in seinem Sinne Neid verborgen hielt, den bedeckt die furchtbare Tiefe voll Feuer und Schwefel. Wer sich dem Zorne ergab und die Liebe von sich verbannte, so daß er seinen Nebenmenschen haßte, wird den Engeln des Zornes preisgegeben, damit ihm durch den Zorn [den Teufel] seine Qual werde. Wer dem Hungrigen sein Brot nicht brach und den Bedrängten nicht erquickte, schreit vor Drangsal, niemand aber hört und erquickt ihn. Wer in seinem Reichtum üppig und prächtig lebte und den Notleidenden seine Pforte nicht öffnete, bittet in seinen Flammen um ein Tröpflein Wasser, allein niemand reicht es ihm. Wer seinen Mund mit Lästerung und seine Zunge mit Schmähreden besudelte, versinkt in stinkenden Kot, so daß sein Mund verschlossen wird und kein Wort mehr hervorbringen kann. Wer andere beraubte und bedrückte und sein Haus mit ungerechtem Gute anfüllte, den reißen die verfluchten Teufel an sich, und Seufzen und Zähneknirschen warten seiner. Wer von der schändlichen Lust der Unkeuschheit und Ehebrecherei brannte, brennt ohne Ende mit dem Satan in der Hölle. Wer das Verbot der Priester übertrat und Gott verächtlich mit Füßen trat, dessen Qual ist die größte und die schrecklichste aller Qualen.

 

 

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Vorbemerkung: Rede über die Gottesfurcht und den jüngsten Tag
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger