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Ephräm d. Syrer († 373) - Drei Reden über den Glauben
Dritte Rede

7.

Meine Brüder! Erwecken wir doch unsere Schläfrigkeit, damit die Wächter [Engel] sich über unser Erwachen freuen! Wappnen wir uns mit dem Glauben und töten wir das Böse, das uns den Tod gebracht hat! Der Gestank unserer Verwesung schlägt uns ins Gesicht, weil unser Geruch nicht in Christus gut ist 1. Der wache Krieg unserer Streitigkeiten schläfert die Wächter durch seine Kämpfe ein. Weil die Priester sich auf die Disputation werfen, stürzen sich die Könige in den Kampf. Der äußere Krieg läßt nicht nach, solange der innere Krieg wütet. Der Hirte 2) kämpft mit seinem Genossen, der Priester mit seinem Amtsbruder. Bei dem Streite der Hirten gehen Herde und Weide zugrunde. Während die Hirten uns ganz besonders fein weiden wollten, haben sie unsere gute Weide zertreten, die uns in schlichter Weise erhalten hatte. Während wir nach unserer Bereicherung strebten, raubte man uns all unser Gut. Man hat die Lampe der Wahrheit verborgen, um diese in der Finsternis zu suchen. Die Wahrheit erschallt laut in der Welt, aber man sucht sie in Schluchten. Die Kinder des Lichts stören die im Finstern lagernde Grübelei auf und suchen die offen zutage liegende Wahrheit, als wäre sie verloren gegangen. Sie suchen einen hohen Berg in engen Schluchten; er überragt die ganze Schöpfung, und sie suchen ihn wie schwachen Schimmer. Sie mühen sich ab, die Wahrheit zu erforschen, die doch ausgedehnter als alles ist. Sie wollen sie nicht sehen; statt dieser suchen sie etwas anderes. Sie mühen sich ab, die Wahrheit zu vernichten, welche doch sie gefunden hat, Der Forscher kann allerdings zugrunde gehen, nicht aber die Wahrheit Der Blinde sieht vom Lichte nichts, obwohl es sich bei ihm befindet. Der Taube vernimmt von der Stimme nichts, wenn sie auch neben ihm ertönt. Der Tor ist ferne von der Wissenschaft, wenn auch vor ihm die Bücher aufgeschlagen sind. Mögen gleich alle Kenntnisse naheliegen, die Toren sind doch davon entfernt. Götzenpriester erkannten die Wahrheit, aber christliche Priester suchen sie immer noch. Sogar Magier erkannten, daß ihre Kräfte durch die Kraft der Wahrheit gebrochen wurden. Selbst Sterndeuter erkannten, daß ihre Bücher durch das Buch der Wahrheit abgetan sind. Ebenso erkannten Wahrsager, daß die Wahrheit ihre Schwindeleien zunichte gemacht hat. Teufel erkannten, daß durch die Gesänge der Wahrheit unreine Geister ausgetrieben wurden. Heiden erkannten, daß durch den wahren Gott die Götzen vernichtet wurden.

1: 2 Kor. 2,15.
2: Priester bezw. Bischof.

 

 

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Vorbemerkung: Drei Reden über den Glauben
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger