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Ephräm d. Syrer († 373) - Drei Reden über den Glauben
Dritte Rede

16.

Grausame Rächer haben sich erhoben, freche Räuber sind eingedrungen. Weil wir durch Grübelei entzweit sind, haben sie sich zum Kriege vereinigt. Weil wir durch Forschen entzweit sind, verbinden sie sich zur Plünderung. Weil wir dem Sohne nicht gehorchen, gehorchen sie ihrem Oberhaupte, Weil wir das Gebot verachten, ist dort das Gebot stramm. Weil hier die Anordnungen [mit Füßen] getreten werden, werden sie dort genau beobachtet. Dort erwachen die Gesetze, die bei uns gestorben sind, zu neuem Leben. Weil wir unter uns uneins sind, folgen dort alle Einem. Niemand forscht über den König nach und fragt, wie und wo er sei; wir aber grübeln zum Zeitvertreib über den Sohn des Herrn des Alls nach. Schon durch den Wink jenes Sterblichen werden seine Heerscharen erschreckt; in der Kirche werden die hl. Schriften mit Füßen getreten, und man erzählt sich dafür seine eigenen Phantasien 1. Was wir hier ausgeliehen haben, das wird uns von dort heimgezahlt 2 Die Habgier 3 ist anderswo erloschen, hier dagegen ist ihre Glut entbrannt. Die Diebereien, die dort nachgelassen haben, stehen hier in [voller] Kraft. Während man dort der Blutsaugerei zu Leibe geht, findet sie bei uns freudiges Entgegenkommen. Während dort die Betrügerei abflaute, haben wir hier ihre Stärke verdoppelt. Und wenn wir auf die Wahrheit zu sprechen kommen, wer steht bei uns in der Wahrheit fest?

1: der Text hat sofrê = Schriftgelehrten. Dann würde die Übersetzung lauten: In der Kirche mühen sich die Gelehrten ab, und man erzählt sich gegenseitig seine Phantasien. Dann fehlt aber die Antithese zum „Winke des Königs“. Daher ist sefrê = [hl.] Bücher zu lesen und wie oben zu übersetzen.
2: Wir büßen durch die Feinde, was wir uns gegenseitig angetan haben. Hier = in unserem Lande.
3: Statt des unmöglichen `anuthô ist ja `nuthô zu lesen.

 

 

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Vorwort
Vorbemerkung: Drei Reden über den Glauben
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger