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Ephräm d. Syrer († 373) - Drei Reden über den Glauben
Dritte Rede

14.

Frägst du, ob der Sohn existiert, so erfährst du dies im Augenblicke; frägst du aber, wie er ist, so bleibt die Frage offen, bis er kommt. Auch wenn du ihn sehen würdest, könntest du doch nicht wissen, wie er ist. Wenn du dann darüber forschen würdest, so würdest du gar nicht mehr sehen, was du früher gesehen hast. Und wenn du die geschaute Herrlichkeit untersuchen würdest, so würdest du nicht mehr wissen, daß du sie geschaut hast. Und wenn du dieses im Himmelreiche untersuchen wolltest, so bestünde dort deine Qual darin, daß du dich mit dem Forschen über Christus quälst, während die andern alle sich an Christus erfreuen. Eher wäre Hoffnung, aus der Hölle herauszukommen, als daß dort deine Pein aufhören würde, wenn du das Forschen nicht aufgeben würdest. Übrigens, wenn du in dieser Weise grübelst, so nimmt dich das Reich dort gar nicht auf, damit du nicht durch deinen Eintritt Zwietracht in den Ort der Eintracht hineinbringst. Das Himmelreich verschafft der hl. Kirche Sühne; denn die Aufwiegler, welche sie hier beunruhigen, kommen nicht in jenes Reich hinein. Die da Streitigkeiten verursachen, finden nicht Eingang in den Garten des Friedens. Die wahre Kirche diesseits ist ein Abbild des Reiches jenseits. Gleichwie nämlich im Himmelreiche Eintracht herrscht, so muß auch in der hl. Kirche Einigkeit sein. Wenn es dort keine Grübler gibt, warum sollen dann hier Forscher sein? Wenn dort Ruhe und Friede walten, warum soll dann hier Streit sein? Den Einen Sohn sieht man dort und durch ihn seinen Einen Erzeuger. Niemand forscht und grübelt dort, jeder betet an und lobpreist. Wenn dieses den Engeln genügt, warum sollte es nicht auch den Gefallenen genügen? Wenn Geist und Feuer schweigen, soll sich dann Staub und Asche lächerlich machen? Der Himmel und seine Bewohner benehmen sich ehrfurchtsvoll, die Erde und ihre Bewohner dagegen wahnwitzig.

 

 

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Vorwort
Vorbemerkung: Drei Reden über den Glauben
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger