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Ephräm d. Syrer († 373) - Drei Reden über den Glauben
Dritte Rede

13.

Der Eingeborene hat zwei Seiten, eine verborgene und eine sichtbare. Die sichtbare läßt sich nichtverbergen und die unsichtbare läßt sich nicht erforschen. Der allerschlaueste Satan zieht uns von der sichtbaren Seite ab und umstrickt uns mit der verborgenen, damit wir ja nicht das Leben durch die sichtbare erlangen. Schauet den Vater, seinen Erzeuger, an! Auch er hat zwei Seiten. Daß er ist, begreift jedermann; aber sein verborgenes Wesen ist unerforschlich. Seine sichtbare Seite ist so offenbar, daß auch Toren erkennen, daß er ist; aber seine verborgene Seite ist so verborgen, dass selbst die Engel nicht begreifen, wie sie ist. Ja, nicht bloß diese Majestät [Gottes] ist unbegreiflich, sondern auch alle Geschöpfe haben zwei Seiten, eine sichtbare und eine verborgene. Man kann zwar die einzelnen Wesen erkennen, aber ganz erfaßt man sie nicht. Wenn also selbst die Geschöpfe dieses Zweifache an sich haben, daß sie verborgen und doch wieder sichtbar, erkennbar und doch wieder nicht erkennbar sind, um wieviel mehr muß dies dann beim Schöpfer und beim Sohne des Erschaffers der Fall sein, daß sich beides vorfindet: eine sichtbare 1 und eine verborgene Seite? Es gibt daher ein Wissen von seiner Sichtbarkeit und ein Nichtwissen von seiner Verborgenheit. So sicher man weiß, daß er ist, so wenig weiß man, wie er ist. Zur Erkenntnis seiner Sichtbarkeit gibt es einen Weg; Verwirrung aber ist es, seine Verborgenheit ergründen zu wollen.

1: Vor allem für das geistige Auge sichtbar.

 

 

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Vorwort
Vorbemerkung: Drei Reden über den Glauben
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger