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Ephräm d. Syrer († 373) - Drei Reden über den Glauben
Dritte Rede

12.

Knaben, die gestern noch in die Schule gingen, blühen plötzlich auf wie die Staude des Jonas 1. Siehe, schon bilden sie eine neue Glaubensnorm an Stelle jener, welche die Heiligen gebildet haben; sie ist aber voll des Stoffes zu Streitigkeiten, eine Quelle von Zwisten und Kriegen, selbst Bescheidene berauschend und in Raserei versetzend, so daß sie mit jedem Worte Unsinn reden. Sie macht den Mund zum Strome und das Gehör zur Furt. Stille und Schweigsame sehen sie und werden zänkisch und streitsüchtig. Freunde und Kameraden sehen sie und zücken die Zungen gegeneinander. Die sich sonst zärtlich liebten, sehen sie und hassen sich. Einträchtige und Gleichgesinnte sehen sie und verursachen Schismen und Spaltungen. Seit langer Zeit Vertraute sehen sie und zerreißen das Band langjähriger Liebe. Ehrwürdigkeit sieht sie und wird dadurch zur Ausgelassenheit. Verständigkeit sieht sie, und das Salz der Wahrheit wird schal. Die Demut sieht sie und bekommt Hörner zum Stoßen. Der Knabe, der am Anfang des Lebens steht, sieht sie und schmäht den sechzigjährigen Greis; der siebzigjährige Greis sieht sie und lästert siebenmal siebzigmal ärger. Hirten sehen sie und werden dadurch zu Tyrannen. Schweigsame Lämmer sehen sie und werden durch Grübeln zu Panthern. Tauben sehen sie und werden zu giftigen Nattern.

1: Jon. 4,6 ff.

 

 

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Vorwort
Vorbemerkung: Drei Reden über den Glauben
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger