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Ephräm d. Syrer († 373) - Drei Reden über den Glauben
Dritte Rede

2.

Während aber die Lehre größer ist als die Lehrer und die Lernenden, so ist sie doch viel kleiner als ihr Schöpfer, weil sie unfähig ist, ihn zu erforschen. Kein Lernender vermag zu begreifen, wie groß die Macht des Schöpfers ist. Er kann nicht ermessen, was er erschuf, noch was er zu erschaffen imstande ist; denn diese Geschöpfe, die er schuf, und diese Werke, die er wirkte, machen nicht die ganze Macht des Schöpfers aus. Nicht deshalb, weil er es nicht könnte, will er nicht mehr erschaffen. Sein Wille ist unbeschränkt; wenn er wollte, könnte er tagtäglich erschaffen; allein dann entstünde ein Wirrwarr. Wenn die Geschöpfe immer mehr würden, dann würden sie wegen ihrer Unzahl einander gar nicht mehr kennen lernen können. Obwohl er ihnen allen gewachsen bliebe, so würden sie doch sich nicht gewachsen sein. Zu welchem Nutzen würde er sie dann erschaffen haben, wenn sie doch einander fremd bleiben müßten? Was auch immer der Schöpfer erschuf, es geschah nicht, um sich selbst größer zu machen; denn er war nicht kleiner, bevor er schuf, noch wurde er größer, nachdem er geschaffen hatte. Seine Werke wollte er groß machen; darum schuf er mit Maß. Wohl hätte er diese Schöpfung unendlich groß machen können; allein dann wären ihre Bewohner in Verwirrung geraten, und mit der Verwirrung wäre Schaden verbunden gewesen; denn man hätte weder auf die Gerechten gemerkt, noch auf die Propheten geachtet. Wäre die Schöpfung hundertmal größer, als sie wirklich ist, so wären die Prediger außerstande, der ganzen Schöpfung zu genügen 1. Gott stellte Jerusalem in die Mitte [der Welt], damit die ganze Schöpfung auf dasselbe merke. Als er daher die Israeliten aus Ägypten herausführte und als er sie später aus Babel heimführte, bemerkte ihren Wegzug und ihre Heimkehr die ganze Schöpfung. Wäre aber die Welt größer, als sie es in der Tat ist, so hätte sie es nicht in dieser Weise bemerken können. Nur der könnte sie dann erfassen, der nach allen Seiten hin größer ist als sie. Die Schöpfung hätte davon nicht den gleichen Nutzen wie jetzt. Denn wenn sie schon jetzt, wo sie doch [verhältnismäßig] klein ist, von irrigen Reden erschüttert wird, um wieviel mehr würde sie erschüttert werden, wenn sie noch größer wäre? Auch könnte die Sonne nicht von einem Ende zum andern eilen, da der Zwischenraum zu groß wäre, der Tag würde zum Jahre werden. Es würde ein großer Nachteil sein, wenn die Ordnung zerstört würde. Winter und Sommer würden zu lange dauern, Tag und Nacht endlos sein. Wann würde die Saat keimen und wann die Frucht reifen? Er könnte es allerdings so einrichten, aber für uns wäre es zu drückend. Also nicht gemäß seiner Macht schafft der Schöpfer alles und jedes, sondern nach der Maßgabe unseres Vorteils schafft und wirkt er alles.

1: Das folgende bis Nr. 3 hat Zingerle nicht übersetzt.

 

 

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Vorwort
Vorbemerkung: Drei Reden über den Glauben
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger