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Ephräm d. Syrer († 373) - Drei Reden über den Glauben
Zweite Rede

6.

Die Wahrheit ist in wenigen Worten niedergeschrieben, stelle also keine lange Untersuchung darüber an! Daß der Vater ist, weiß jedermann; wie er aber ist, das weiß niemand. Daß der Sohn ist, bekennen wir alle; allein sein Wesen und seine Güte begreifen wir nicht. Den Hl. Geist bekennt jeder; ihn zu ergründen, vermag niemand. Bekenne also, daß der Vater ist, bekenne aber nicht, daß er begreiflich ist! Glaube ferner, daß der Sohn ist; daß er aber erforschbar sei, glaube ja nicht! Daß der Hl. Geist ist, halte für wahr; daß er ergründet werden könne, halte aber nicht für wahr! Daß sie eins sind, glaube und halte für wahr; bezweifle aber auch nicht, daß es drei sind! Daß der Vater der erste ist, glaube; daß der Sohn der zweite ist, halte für wahr; zweifle auch nicht daran, daß der Hl. Geist der dritte ist! Nie gebeut der Erstgeborene dem Vater; denn dieser ist der Gebieter. Nie sendet der Hl. Geist den Sohn; denn dieser ist sein Sender. Der Sohn, der zur Rechten sitzt, maßt sich nicht die Stelle des Vaters an; ebensowenig maßt sich der Hl. Geist den Rang des Sohnes an, von dem er gesandt wird. Der Sohn freut sich über die Erhabenheit seines Erzeugers und der Hl. Geist über die Erhabenheit des Geliebten des Vaters. Nur Freude und Eintracht, Vereinigung samt Ordnung, herrschen dort. Der Vater kennt die Zeugung des Sohnes, und der Sohn kennt den Wink des Vaters. Der Vater winkt, der Sohn versteht es, der Hl. Geist führt es aus. Da gibt es keinen Zwiespalt, weil es da nur einen Willen gibt; da ist keine Verwirrung bei der Vereinigung, sondern die größte Ordnung. Meine ja nicht, daß Verwirrung herrsche, weil sie vereinigt sind, noch denke, daß eine Zerteilung vorliege, weil sie getrennt sind! Sie sind vereinigt, aber nicht verwirrt; getrennt, aber nicht zerteilt. Ihre Vereinigung ist keine Verwirrung und ihre Trennung ist keine Zerteilung. Die Art und Weise, wie sie getrennt und vereinigt sind, kennen nur sie allein 1 Nimm deine Zuflucht zum Schweigen, Schwächling!

1: Wörtlich: Wer vereinigt ihr Getrenntes und wer kennt ihr Verbundenes? Nur sie wissen es.

 

 

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Vorwort
Vorbemerkung: Drei Reden über den Glauben
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger