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Ephräm d. Syrer († 373) - Drei Reden über den Glauben
Zweite Rede

5.

Du empfängst von den Geschöpfen nur eine geringe zweckdienliche Hilfeleistung und dennoch lässest du ruhig das Viele unbegriffen in ihren Schatzkammern liegen. Das Wenige verschmähst du nicht, aber nach dem Vielen trägst du kein Verlangen. Die Geschöpfe des Schöpfers belehren dich also über den Schöpfer, daß du dich um seine Hilfe bemühen, aber von der Grübelei über ihn dich fernhalten sollst. Empfange das Leben von der [göttlichen] Majestät, laß aber das Grübeln über die Majestät! Liebe die Güte des Vaters, forsche aber nicht über seine Wesenheit! Liebe und schätze die Milde des Sohnes, forsche aber nicht über seine Zeugung! Liebe das Schweben 1 des Hl. Geistes, wage dich aber nicht an seine Ergründung! Den Vater, den Sohn und den Hl. Geist lernen wir aus ihren Namen kennen. Doch sinne nicht über ihre Persönlichkeit nach, sondern erwäge nur ihre Namen! Willst du das Wesen erforschen, dann bist du verloren; glaubst du aber an den Namen, so wirst du leben. Der Name des Vaters sei dir eine Schranke; überschreite sie nicht, um seine Natur zu ergründen! Der Name des Sohnes sei dir eine Mauer; gehe nicht darüber hinaus, seine Zeugung zu ergründen! Der Name des Hl. Geistes sei dir ein Zaun; laß dich nicht in eine Ergründung desselben ein! Diese Namen sollen dir also eine Schranke sein; durch die Namen halte die Untersuchungen zurück! Nachdem du die Namen und die Wirklichkeit gehört hast, wende dich den Geboten zu! Du hast vom Gesetz und von den Geboten gehört, wende dich nun den Sitten zu! Und wenn deine Sitten vollkommen sind, dann wende dich den Verheißungen zu! Laß nicht das Gebotene fahren, um dich mit Dingen abzumühen, die nicht vorgeschrieben sind! Du hast die Wahrheit durch offenbare Dinge erfahren, verirre dich nicht wegen verborgener Dinge! Offenbares sprach Simon aus, er gab die Wahrheit und empfing Seligsprechung 2 Siehe, Simon sprach nur eines 3, verirre dich also nicht durch vieles!

1: Anspielung auf das Schweben des Hl. Geistes über den Wassern [Gen. 1,2] und bei der Taufe Jesu.
2: Matth. 16,17.
3: Daß nämlich Jesus der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, sei [Matth. 16,16].

 

 

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Vorbemerkung: Drei Reden über den Glauben
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger