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Ephräm d. Syrer († 373) - Drei Reden über den Glauben
Zweite Rede

3.

Das Meer ist groß. Wenn du es ergründen willst, so wirst du von der Wucht seiner Wogen abgetrieben. Eine einzige Woge kann dich davontragen und an eine Klippe schleudern. Es genügt für dich, o Schwächling, daß du in einem Schiffe Handel treiben kannst. Der Glaube ist aber für dich besser als ein Schiff auf dem Meere. Das Schiff leiten zwar die Ruder, allein die Fluten können es versenken; dein Glaube aber versinkt nicht, wenn nicht dein Wille es will. Wie wünschenswert wäre es für den Seemann, wenn das Meer sich nach seinem Willen richten würde! Doch anders denkt der Seemann und anders macht es die Woge. Nur unser Herr schalt das Meer, so daß es schwieg und sich beruhigte. Er hat aber auch dir die Gewalt verliehen, gleich ihm ein Meer zu schelten und zum Schweigen zu bringen. Das Forschen ist ärger als das Meer und die Streitsucht stürmischer als die Wogen. Tobt in deinem Geiste die Grübelei, so schilt sie und glätte ihre Wogen! Wie der Sturm das Meer aufwühlt, so regt das Grübeln deinen Geist auf. Unser Herr schalt, da hörte der Wind auf, und das Schiff glitt ruhig dahin. Schilt das Grübeln und bezähme es, dann wird dein Glaube beruhigt sein.

 

 

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Vorwort
Vorbemerkung: Drei Reden über den Glauben
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger