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Ephräm d. Syrer († 373) - Drei Reden über den Glauben
Erste Rede

20.

Das Auge schaut auf seine Gerechtigkeit und trifft auf seine Güte. Der Verstand schaut auf seine Barmherzigkeit: da eilt seine strenge Rute herbei. Erfreulich ertönt der Ruf der Vergebung, schrecklich der Ruf der Rache. So irrt der Verstand bestürzt und staunend zwischen Gottes Güte und Gerechtigkeit hin und her. Der Beobachter steht verwirrt zwischen Prüfung und Züchtigung. Während er sieht, wie die Bösen übermächtig sind, sieht er die Guten geschlagen. Gottes Läuterung prüft die Treuen, seine Rute züchtigt die Frevler. Gerechtigkeit und Güte sind eng verbunden, aber nicht vermengt; sie sind vereint, aber nicht verwirrt. Nur wegen seiner Unzulänglichkeit kann der Verstand sich nicht zurecht finden, weil er es nicht fassen kann. Während er den Tod von Greisen sieht, sieht er auch den Untergang von Kindern. Auf der einen Seite erblickt er Gerechtigkeit, auf der andern ihr Gegenteil; denn der eine Gerechte leidet, der andere bleibt verschont. Die einen Guten sieht er in Bedrängnis, die andern in Frieden. Dieses erscheint als widersinnig. Betrachtet er ferner die Bösen, so wird der eine schon beim ersten Morde ertappt, ein anderer dagegen tötet eine Menge und geht frei aus.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Vorbemerkung: Drei Reden über den Glauben
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger