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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Erklärung des nizänischen Glaubensbekenntnisses

23.

Sehen wir aber auch, was die Herolde des Neuen Bundes zu künden haben, die Lehrmeister des Erdkreises, zu denen Christus selbst gesagt hat: „Nicht ihr seid es, die da reden, sondern der Geist eures Vaters, der in euch redet."1Der göttliche Täufer also, finden wir, spricht: „Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir auf getreten ist, weil er früher war als ich."2Wie kann nun aber der, der nach ihm kam, früher gewesen sein als er? Denn daß Christus der Zeit des Fleisches nach später war als Johannes, wird doch wohl niemandem unbekannt sein. Wer wird das also aufhellen wollen? Gelöst hat uns das Rätsel der Heiland selbst, indem er zu den Juden sagte: „Wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham ward, bin ich."3Er war nämlich vor Abraham seiner Gottheit nach, ist aber nach ihm, insofern er als Mensch erschienen ist. Wenn ferner Gott und der Vater nachdrücklich erklärt: „Ich gebe meine Herrlichkeit keinem andern"4— denn es ist kein anderer Gott außer ihm —, so hat Christus zu uns gesagt: „Wenn aber der Menschensohn kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln."5Daß wir aber die Herabkunft des Menschensohnes von den Himmeln zu erwarten haben, bezeugt wieder der allweise Paulus, der schreibt: „Denn die heilbringende Gnade Gottes ist allen Menschen erschienen, auf daß sie, der Gottlosigkeit und den weltlichen Begierden entsagend, nüchtern und gerecht und fromm und gottgefällig in dieser Welt leben, wartend auf die selige Hoffnung und das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus."6Und anderswo hat er von den Israeliten gesagt: „Ihrer sind die Verheißungen und die Gesetzgebung und der Bundesvertrag, und aus ihnen ist dem Fleische nach Christus, der da über alles Gott ist, gepriesen in alle Ewigkeit. Amen."7

1: Matth. 10, 20.
2: Joh. 1, 30.
3: Ebd. 8, 58.
4: Is. 42, 8.
5: Mark. 8, 38.
6: Tit. 2, 11—13.
7: Röm. 9, 4 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger