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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Erklärung des nizänischen Glaubensbekenntnisses

21.

Aber auch der allweise Daniel bezeugt, daß er das eingeborene Wort Gottes in unserer Hülle geschaut hat. Denn er erzählt, er habe einen Alten an Tagen gesehen, der auf einem Throne saß, während zehntausendmal Hunderttausende ihn umstanden und tausendmal Tausende ihm dienten; und nachdem er noch einiges beigefügt hat, fährt er fort: „Ich schaute in dem Gesichte der Nacht, und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie ein Menschensohn, und er gelangte bis zu dem Alten an Tagen und ward vor ihn gebracht, und es wurde ihm die Ehre und das Königtum verliehen, und alle Stämme und Zungen werden ihm dienen."1— Siehe, er hat wiederum klar und deutlich den Emmanuel zu dem Vater und Gott in den Himmel aufsteigen sehen; denn „eine Wolke hat ihn entrückt".2Er nennt ihn auch nicht einfach einen Menschen, sondern einen wie ein Menschensohn; denn das Wort war uns ähnlich gewordener Gott. In diesem Sinne sagt auch der allweise Paulus, er sei den Menschen ähnlich geworden und im Äußern als Mensch erfunden worden,3und er sei in Fleisch wie Sündenfleisch den Erdenbewohnern erschienen.4Wäre er jedoch ein Mensch, der seiner Verbundenheit mit Gott wegen wie Gott geehrt wird, so würde der Prophet gesagt haben, er habe einen wie Gott oder einen wie den Sohn Gottes mit den Wolken kommen sehen. Das hat er aber nicht gesagt, sondern vielmehr: einen wie ein Menschensohn. Er wußte also, daß der Sohn Gott war und Mensch geworden oder nach dem Ausdruck des Paulus den Menschen ähnlich geworden war. Wiewohl er indessen im Fleische erschienen war, „gelangte er bis zu dem Alten an Tagen", das heißt: stieg er hinauf zu dem Throne des ewigen Vaters, „und es wurde ihm die Ehre und das Königtum verliehen, und alle Stämme und Zungen werden ihm dienen." Das also war es, was er in die Bitte kleidete: „Vater, verherrliche mich mit der Herrlichkeit, die ich hatte, bevor die Welt war, bei dir."5

1: Dan. 7, 13 f.
2: Apg. 1, 9.
3: Phil. 2, 7.
4: Röm. 8, 3.
5: Joh. 17, 5.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger