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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Erklärung des nizänischen Glaubensbekenntnisses

19.

Daß aber das eingeborene Wort Gottes unser Hoherpriester geworden ist, da es Mensch wurde, wie könnte das bezweifelt werden? Hat ja doch der göttliche Paulus geschrieben: „Achtet wohl auf den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus, der treu ist dem, der ihn bestellt hat!"1Dem Stande der Menschheit ist die Würde des Priestertums jedenfalls angemessen; zu gering, als daß sie mit der Natur und Herrlichkeit Gottes des Wortes vereinbar wäre, ist sie der Menschwerdung im Fleische durchaus entsprechend. Und alles Menschliche ist ihm zu eigen geworden. „Gebet", sagt also Moses, „Levi", das heißt dem Priester, „die Offenbarung und die Wahrheit!" Von welcher Art dieser Levi oder Priester ist, erklärt er dann durch den Zusatz „dem frommen Manne". Unser Herr Jesus Christus hat eben „keine Sünde getan",2weshalb Paulus von ihm schreibt: „Ein solcher Hoherpriester geziemte uns, fromm, unschuldig, unbefleckt, gesondert von den Sündern und höher geworden als die Himmel."3Ihn hat man versucht bei der Versuchung, hat man geschmäht bei dem Wasser der Empörung. O des Wunders! Einen Mann nennt er ihn, bezeichnet ihn aber sofort als den Gott, den Israel gereizt und versucht hat in der Wüste und bei dem Wasser der Empörung. Der Psalmensänger bestätigt es, indem er berichtet: „Er spaltete den Felsen in der Wüste und tränkte sie wie mit reicher Flut. Er brachte Wasser aus dem Felsen hervor und ließ Wasser gleich Strömen niederfließen.“4Und was dann? „Und sie versuchten", heißt es, „ihn in ihren Herzen und redeten Böses wider Gott und sprachen: Kann etwa Gott einen Tisch decken in der Wüste? Er schlug den Felsen, und Wasser rannen, und Ströme brachen hervor; kann er etwa auch Brot geben oder einen Tisch decken seinem Volke?"5Verstehe also, wie sie den wundertätigen Gott, den Moses einen Mann nannte, geschmäht haben! So hat auch der göttliche Paulus den Bericht verstanden, da er schreibt: „Sie tranken nämlich aus dem begleitenden geistigen Felsen, der Fels aber war Christus.“6Christus also war der geschmähte Mann, der, da er noch nicht Fleisch geworden war, von den Israeliten versucht wurde.

1: Hebr. 3, 1 f.
2: 1 Petr. 2, 22.
3: Hebr. 7, 26.
4: Ps. 77, 15 f.
5: Ebd. 77, 18—20.
6: 1 Kor. 10, 4.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger