Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Cyrillus von Alexandrien († 444) - Gegen diejenigen, welche nicht zugeben wollen, dass die heilige Jungfrau Gottesgebärerin ist (Adversus nolentes confiteri sanctam virginem esse Deiparam)

7.

Diese Lehre kann man mehrfach von den heiligen Männern verkündet sehen, Jeremias erklärt ausdrücklich: „Dieser ist unser Gott, kein anderer ist ihm vergleichbar; er erfand jeden Weg der Wissenschaft und gab sie Jakob, seinem Knechte, und Israel, seinem Geliebten; hernach ist er auf Erden erschienen und mit den Menschen gewandelt."1Und der Hymnendichter David singt: „Mutter Sion wird sagen: Ein Mensch, und ein Mensch ist in ihr geboren, und der Allerhöchste selbst hat sie gegründet."2Was heißt das anders als: Er ist Gott und Mensch? Denn Einen und denselben bekennt er als Menschen und als Allerhöchsten und Gründer. Ebenso findet man ihn auch in einem andern Psalme, unter voller Wahrung der Lehre von der Einigung, die Eigentümlichkeiten der Menschheit wieder Gott dem Worte selbst zuschreiben, nicht die Wesenheiten vermischend, sondern die Lehre von der Einigung der Wesenheiten anerkennend. Im 44. Psalme nämlich sagt er daher wie folgt: „Dein Thron, o Gott, steht in alle Ewigkeit, ein Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deiner Herrschaft; du hast das Recht geliebt und das Unrecht gehaßt, deshalb hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit dem Öl der Wonne vor deinen Genossen."3Siehst du, wie er das Wort Gott nennt und als Gott und König bekennt und sodann, ohne eine Unterscheidung vorzunehmen oder eine andere Person neben ihm einzuführen, auch sagt, es sei gesalbt worden? Sie sollen also erklären, was dieser Ausspruch bedeutet. Wie konnte das Wort, das doch Gott ist, gesalbt werden, wenn nicht ausschließlich deshalb, weil dieses Wort die Knechtsgestalt angenommen hat, welch letzterer es durchaus entspricht, auch die Salbung zu empfangen? Denn wenn sie etwa sagen, unter der Salbung sei die angebliche Einwohnung der Person des Wortes in dem Menschen zu verstehen, so sollen sie wissen, daß von einer Einwohnung nicht bei Christus, sondern bei den Propheten und den andern Heiligen die Rede ist und der Ausspruch [des Psalmisten] über die Grenzen einer Einwohnung weit hinausgeht. Und wenn auch Gott in allen Heiligen Wohnung nimmt und sie damit geheiligt und gesalbt werden, so wird doch nicht gesagt, daß er selbst geheiligt oder gesalbt werde. Sollten sie aber nun sagen, mit der Einwohnung bei Jesus verhalte es sich ähnlich wie mit der Einwohnung bei den Heiligen, so wird ihre Gottlosigkeit allen klar sein, und der apostolischen Lehre ist sie völlig fremd.

1: Baruch 3, 36—38.
2: Ps. 86, 5.
3: Ps. 44, 7 f.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
Allgemeine Einleitung
Bilder Vorlage

Navigation
. . Vorwort
. . 1.
. . 2.
. . 3.
. . 4.
. . 5.
. . 6.
. . 7.
. . 8.
. . 9.
. . 10.
. . 11.
. . 12.
. . 13.
. . 14.
. . 15.
. . 16.
. . 17.
. . 18.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger