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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Gegen diejenigen, welche nicht zugeben wollen, dass die heilige Jungfrau Gottesgebärerin ist (Adversus nolentes confiteri sanctam virginem esse Deiparam)

5.

Wie könnte dies auch sein, da ja selbst Dinge, die vor seiner Herabkunft geschehen sind, von der göttlichen Schrift seiner Wirksamkeit und Macht zugeschrieben werden? Hat doch der selige Jünger Judas mit lauter Stimme uns diesen Glauben überliefert. Er erwähnt Ereignisse, die viele Generationen vor dem Hervorgang aus der Jungfrau liegen, und schreibt wie folgt: „Ich will euch aber, obgleich ihr alles wißt, daran erinnern, daß Jesus, nachdem er das Volk aus dem Lande Ägypten ge- rettet hatte, das zweite Mal diejenigen, welche nicht glaubten, dem Verderben überliefert und die Engel, welche ihre ursprüngliche Würde nicht bewahrten, sondern ihren Wohnsitz verließen, für das Gericht des großen Tages mit ewigen Banden tief im Dunkel verwahrt hat."1Wenn aber die selige Jungfrau einen bloßen Menschen Jesus geboren hat, der Jünger jedoch von diesem Jesus sagt, daß er Israel aus der Hand der Ägypter befreit und das Volk durch die Wüste geführt hat und daß er auch wunderbare Zeichen vollbrachte, so viele Generationen vor der Geburt aus der Jungfrau, wo, frage ich sie, soll er dann in jenen Zeiten gewesen sein und wann soll er sein Dasein begonnen haben? Denn das werden sie nicht mehr sagen können, daß er mit dem Hervorgang aus der Jungfrau sein Sein begonnen habe. Es sollen also die Erfinder der schlechten Lehren angeben, wann dieser Mensch zu sein begonnen hat und wo er in so langen Jahren gewesen ist. Übrigens wird auch kein vernünftig Denkender behaupten wollen, daß der ein Mensch sei, der selbst denen, die vor alters sündigten und ihren Wohnsitz verließen, ihre Strafen bestimmt und Israel ruhmreich aus der Hand der Ägypter errettet hat. Wenn nun Jesus nach ihrem Vorgeben nicht als Gott das Wort angesehen werden kann, weil er aus der Jungfrau geboren worden ist, anderseits aber der, der diese Wunder gewirkt hat, nicht für einen Menschen gelten kann — denn die vorhin bezeichneten Taten liegen der Natur und der Macht eines Menschen fern —, welche Wesenheit und Stellung werden sie ihm dann noch zuweisen können?

1: Jud. 5 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger