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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Gegen diejenigen, welche nicht zugeben wollen, dass die heilige Jungfrau Gottesgebärerin ist (Adversus nolentes confiteri sanctam virginem esse Deiparam)

4.

Nicht selten legt die göttliche Schrift auch das, was der Menschheit eigen ist, Gott bei. Denn obwohl das heilbringende Leiden unter keinen Umständen der Natur der Gottheit zugeschrieben werden kann, alles Leiden vielmehr den Leib betroffen hat, so sagt der Apostel doch, wegen der unzertrennlichen Vereinigung der Gottheit mit dem Leibe: „Wenn sie [die Weisheit Gottes] erkannt hätten, würden sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben.“1Siehst du, wie das Wort der apostolischen Lehre der Einigung halber ein einheitliches Bekenntnis von Christus ablegt? Denn niemals hat es einen bloßen Menschen Jesus gegeben, vor der Verbindung und Einigung Gottes mit ihm, sondern das Wort selbst ist in diese selige Jungfrau gekommen und hat sich aus der Wesenheit der Jungfrau seinen Tempel erbaut und ist hervorgegangen aus ihr, äußerlich betrachtet ein Mensch, innerlich aber wahrer Gott. Deshalb hat er auch nach seiner Geburt die Gebärerin als Jungfrau bewahrt, was bei keinem andern Heiligen der Fall gewesen ist. Denn weil sie der Natur nach Menschen waren, hatten sie alle eine menschliche und gleiche Geburt; dieser jedoch, der der Natur nach Gott war, in der letzten Zeit aber auch das Menschliche annahm, ist im Unterschiede von allen andern aus der Jungfrau geboren worden. Folglich wird die Selige gewiß mit Fug und Recht sowohl Gottesmutter als auch jungfräuliche Mutter genannt, denn der aus ihr geborene Jesus war nicht bloßer Mensch.

1: 1 Kor. 2, 8.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger