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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Gegen diejenigen, welche nicht zugeben wollen, dass die heilige Jungfrau Gottesgebärerin ist (Adversus nolentes confiteri sanctam virginem esse Deiparam)

27.

Wenn du also hörst, daß der selige Joseph ihn nimmt und nach Ägypten flieht,1so halte das nicht für eine Schande, sondern bedenke die Menschwerdung! Denn nicht bloß damals ist dies von ihm geschrieben, sondern auch als er, zum dreißigsten Jahre gelangt, angefangen hatte, zu predigen und zu lehren, und machtvolle Wundertaten vollbrachte, finden wir wiederum solches von ihm geschrieben. Denn „als er hörte", heißt es, „daß Johannes ausgeliefert worden, entwich er nach Galiläa".2Auch anderes dieser Art kann man finden. Das tat er aber nicht aus Furcht, weder damals noch jetzt, sondern weil er die passende Zeit zu dem heilbringenden Leiden abwarten wollte. Denn er mußte zuvor die Botschaft aufleuchten lassen und alles vollenden, was er tun wollte, und dann erst zu dem heilbringenden Leiden schreiten, wie es denn auch geschah. Daß er dies aber nicht aus Furcht und Feigheit tat, erhellt aus seinem Verhalten zu der Zeit, da er noch nicht ausgeliefert werden wollte. Denn als die Juden ihn hinabstürzen wollten, da, heißt es, „schritt er mitten durch sie hindurch und ging hinweg";3und ein anderes Mal, als sie ihn ergreifen wollten, heißt es: „Niemand legte Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war."4Allein wiewohl er unantastbar sein konnte als Gott, so pflegte er doch des Menschlichen wegen auch wieder zurückzuweichen, um zu zeigen, daß er in Wahrheit Mensch geworden war. Wenn aber jemand fragt, warum er nicht auch damals, als er ein Knabe war, durch eigenes Wollen sich dem Anschlage entzogen habe, sondern auf Geheiß des Engels, so mag er wissen, daß er selbst auch damals wirksam war, daß er aber durch den Engel die Sache ausführen ließ, um nicht seines Alters wegen die große Lehre von der Menschwerdung in Frage zu stellen.

1: Matth. 2, 14.
2: Ebd. 4, 12.
3: Luk. 4, 30.
4: Joh. 7, 30.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger