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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Gegen diejenigen, welche nicht zugeben wollen, dass die heilige Jungfrau Gottesgebärerin ist (Adversus nolentes confiteri sanctam virginem esse Deiparam)

26.

Übrigens ist es Zeit, auch das andere Zeugnis des Apostels anzuführen, welches diesen wahren Sohn als aus der erhabenen Jungfrau geborenen Menschen dartut. Es lautet wie folgt: „Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geworden aus dem Weibe."1Niemand soll erröten, so zu sprechen. Denn damit wird dem Worte kein Schimpf nachgesagt, sondern vielmehr Menschenfreundlichkeit und deshalb unbegrenzte und unermeßliche Ehre. Denn daß das Wort dadurch keinen Schaden litt, da es seiner Natur nach unberührbar und leidensunfähig und unumschränkt war, daß es aber aus unsäglicher Menschenfreundlichkeit dies tat, bezeugt dir wieder Paulus selbst, da er lehrt: „Jesus Christus", sagt er, „ist derselbe gestern und heute, derselbe auch in alle Ewigkeit."2Mit dem Worte „gestern" verweist er auf seine vorweltliche Herrlichkeit, das „heute" aber bezeichnet die gegenwärtige Zeit; und weil er sich nicht änderte, sondern derselbe blieb, auch da er Fleisch ward, und derselbe bleiben wird in alle Ewigkeit, so fügte er bei „derselbe auch in alle Ewigkeit". Da sich dies nun so verhält, so hat er aus großer Menschenfreundlichkeit seine Liebe zu uns bekundet und an unserer Natur teilgenommen, um sie wiederherzustellen und aus der Knechtschaft des Teufels zu befreien. Niemand soll sich deshalb beschämt fühlen, wenn er die Worte „Knabe" und „Kindlein" hört und was sonst noch Menschliches von ihm geschrieben ist. Denn alles dies hat er nicht seinetwegen, sondern unsertwegen auf sich genommen, allenthalben wahrend, was der menschlichen Natur entspricht, damit die Menschwerdung nicht für eine Einbildung gehalten werde.

1: Gal. 4, 4.
2: Hebr. 13, 8.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger