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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Gegen diejenigen, welche nicht zugeben wollen, dass die heilige Jungfrau Gottesgebärerin ist (Adversus nolentes confiteri sanctam virginem esse Deiparam)

22.

Denn daß der Vater ihn nicht zu einem neuen Herrn für uns gemacht hat, wird, glaube ich, kein vernünftig Denkender bestreiten. Auch darf man das Wort nicht, wie einige Unverständige getan, auf die Gottheit des Sohnes beziehen, denn der Apostel will ja nicht von seinem Dasein sprechen, sondern von seiner Herrlichkeit nach der Auferstehung. „Er hat ihn zum Herrn gemacht" ist also s. v. a. er hat ihm die Herrschaft und die Herrlichkeit des Christus verliehen. Nicht wie wenn der Sohn eine erworbene Herrlichkeit empfangen hätte, sondern der vorhin bezeichneten Menschwerdung wegen sagt der Apostel den Juden: Ihr sollt so an ihn glauben, daß ihr zu ihm hintretet wie zu Christus und dem Herrn. Denn daß Jesus von Nazareth, der sein Blut für uns vergießen wollte, nicht ein Mensch wie wir gewesen ist, ohne Einigung mit dem Worte, bezeugt dir unzweideutig der Apostel Paulus, wenn er den Lehrern der Epheser ausdrücklich einschärft: „Habt acht auf euch und die gesamte Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Bischöfen bestellt hat, die Kirche Gottes zu weiden, die er sich erworben hat durch sein eigenes Blut."1Hörst du, wie der Apostel den Gekreuzigten deutlich als Gott verkündet? „Die Kirche Gottes zu weiden", sagt er, „die er sich erworben hat durch sein eigenes Blut.“ Nicht wie wenn er in der Natur der Gottheit gelitten hätte, sondern weil die Leiden seines Fleisches von ihm selbst ausgesagt werden, da es nicht das Fleisch irgendeines Menschen war, sondern das eigene Fleisch des Wortes. Wenn also das Blut Blut Gottes genannt wird, so liegt zutage, daß er Gott war, bekleidet mit einem Fleische.

1: Apg. 20, 28.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger