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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Gegen diejenigen, welche nicht zugeben wollen, dass die heilige Jungfrau Gottesgebärerin ist (Adversus nolentes confiteri sanctam virginem esse Deiparam)

18.

Hörst du, wie Gott das Wort deutlich als Mensch bezeichnet wird wegen der Einigung mit dem Fleische? Denn wer anders wäre vom Himmel herabgestiegen? Nimm also keinen Anstoß mehr, wenn er sagt: „Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe", sondern der Menschwerdung gedenkend geh fromm auf dieses Wort ein. Denn dadurch gerade wird die Menschwerdung in Weise der Einigung am klarsten dargetan und daß er, wenn er auch Mensch genannt wird, so doch nicht losgelöst von der Gottheit für sich allein Mensch genannt werden darf. Denn wer wird wagen zu behaupten, daß ein Mensch auch das vorhin Erwähnte wirken werde, ich meine sein zukünftiges Erscheinen vom Himmel her und das gerechte Gericht über alle? Singt ja doch der Psalmendichter David: „Dir gebührt Lobpreis, o Gott, in Sion und dir soll Gebet dargebracht werden in Jerusalem; hör auf das Flehen, zu dir wird alles Fleisch kommen."1Denn was ist das anders, als was wir gehört haben, daß der Menschensohn tun werde? „Dann", heißt es, „wird er auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden."2Siehst du, wie das, was David von Gott aussagt: „Zu dir wird alles Fleisch kommen", laut der letzeren Stelle in Erfüllung gehen wird am Menschensohne? Menschgewordener Gott also ist der aus Maria Geborene, wie die göttlichen Schriften uns dies in mannigfacher Weise bekunden; und diese erhabene Jungfrau ist sonder Zweifel Gottesgebärerin, auch wenn diese [Gegner] es nicht zugeben wollen. Denn wäre der aus ihr hervorgegangene Jesus Christus ein Mensch, wie könnte Paulus an die Galater schreiben: „Paulus, Apostel, nicht von Menschen her noch durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus?"3Augenscheinlich ist er nicht bloß Mensch, sondern menschgewordener Gott. Deshalb sollten die Ungebildeten keinen Anstoß an derartigen Äußerungen nehmen, sondern über die Menschwerdung des göttlichen Geheimnisses sich belehren lassen und dann im Vereine mit den Engeln Christus anbeten. Denn: „Wenn er", heißt es, „den Erstgeborenen in die Welt einführt, spricht er: Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten."4Und: „Im Namen Jesu Christi aber wird jedes Knie sich beugen im Himmel und auf Erden und unter der Erde; und jede Zunge wird bekennen, daß Jesus Christus Herr ist zur Ehre Gottes des Vaters."5Sie sollen sich bewußt bleiben, daß Jesus Christus als Herr anerkannt wird, und sich nicht irremachen lassen, wenn sie ihn der Menschwerdung wegen Mensch nennen hören.

1: Ps. 64, 2 f.
2: Matth. 25, 31 f.
3: Gal. 1, 1.
4: Hebr. 1, 6.
5: Phil. 2, 10 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger