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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Gegen diejenigen, welche nicht zugeben wollen, dass die heilige Jungfrau Gottesgebärerin ist (Adversus nolentes confiteri sanctam virginem esse Deiparam)

14.

Denn daß Paulus Christus nicht als einen Menschen verkündet hat, wie diese fabeln, höre, wie er an die Korinther schreibt und sagt: „Wir verkünden ja nicht uns selbst, sondern Jesus Christus als Herrn, uns aber als eure Diener um Jesu willen."1Siehst du den Abriß der Lehre der Apostel? Jesus Christus, sagt er, verkünden wir als Herrn, uns selbst aber als Diener. Und in dem Briefe an die Römer hinwieder sagt er so: „Aus welchen Christus ist dem Fleische nach, der da Gott über alles ist, gepriesen in Ewigkeit. Amen.“2Hätte er Christus für einen Menschen gehalten, so hätte er sagen müssen: Aus welchen Christus ist dem Fleische nach, in dem da Gott über alles ist. Das hat er aber nicht gesagt, sondern mit lauter Stimme hat er Christus als Gott über alles erklärt. Überdies wollen wir aber auch beachten, daß der göttliche Apostel, wenn er Christus nicht für Gott und Mensch zugleich gehalten hätte, nicht gesagt haben würde „dem Fleische nach". Denn damit ist deutlich ausgesprochen, daß er nicht nur Mensch ist, sondern auch noch eine andere Wesenheit hat, wie denn auch beigefügt wird „der da Gott über alles ist". Er hat nämlich hier ein zwiefaches Bekenntnis über unsern Heiland abgelegt, indem er auf seine fleischliche Seite hinwies und ihn zugleich als Gott verkündete. Wollte ein irdischer König einmal in Gestalt eines Konsuls auftreten, so würde er damit nicht aufhören, König zu sein, und keineswegs seine frühere Würde verlieren, sondern in einer und derselben Person die Königswürde mit der Konsulswürde verbinden, Und wer ihn König nennte, würde wissen, daß er derselbe ist, der auch die Gestalt des Konsuls trägt, wie umgekehrt, wer ihn Konsul nennte, wissen würde, daß er zugleich auch König ist. So ist unser Herr Jesus Christus immer Sohn Gottes und wahrer Gott gewesen, in den letzten Zeiten aber auch Mensch geworden; und er bleibt ein und derselbe, mag er nun Gott oder Mensch oder Jesus geheißen werden.

1: 2 Kor. 4, 5.
2: Röm. 9, 5.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger