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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Dass Christus einer ist (Quod unus sit Christus)

17.

B. In welchem Zusammenhange steht denn nun die Menschwerdung mit diesen Dingen?

A. Für diejenigen, die das Geheimnis Christi in der rechten Weise auffassen, besteht hier ein tief geheimnisvoller und wunderbarer Zusammenhang. Beachte nur, daß alles das, was zur Entäußerung gehört und dem Stande der Menschheit entspricht, zur rechten Zeit und nach Bedarf eingetreten ist, damit deutlich zu erkennen sei, daß der, der über aller Schöpfung steht, in allweg einer wie wir geworden ist. Dazu kommt aber noch folgendes.

B. Was denn?

A. Wir waren Verfluchte geworden wegen der Übertretung Adams und, von Gott im Stiche gelassen, in die Schlinge des Todes gefallen. In Christus aber ist alles „neu geworden"1und unsere Natur wieder in den anfänglichen Zustand zurückgelangt. Zu dem Ende war es nötig, daß der zweite, vom Himmel gekommene und über jeder Sünde erhabene Adam, der allheilige und fleckenlose zweite Erstling des Geschlechtes, das heißt Christus, die Menschennatur aus der Strafe errettete und ihr das Wohlwollen des himmlischen Vaters zurückgewann und die Treulosigkeit durch Gehorsam und gänzliche Unterwürfigkeit wieder aufhob. Denn „er hat keine Sünde getan";2vielmehr hat in ihm die Menschennatur völlige Reinheit und Untadelhaftigkeit erlangt, so daß er mit Freimut rufen konnte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"3Beachte nämlich, daß der Eingeborene, der Mensch und wie einer aus uns geworden war, auch für die gesamte Natur diesen Ruf erhob, indem er etwa sagen wollte: Der erste Mensch hat gefehlt, ist in Ungehorsam gefallen, hat das Gebot, das ihm gegeben worden, mißachtet und durch den Trug der Schlange sich zur Auflehnung verleiten lassen. Er ist deshalb, und zwar mit vollem Recht, dem Verderben überantwortet und in Strafe genommen worden. Mich aber hast du zum zweiten Stammvater für die Erdenbewohner bestellt, ich habe den Namen des zweiten Adam erhalten.4In mir siehst du die Menschennatur gereinigt, von Unvollkommenheit frei, heilig und ohne Fehl. Gewähre nunmehr die Gnadengüter, hebe die Abtrünnigkeit auf, setze dem Verderben ein Ziel und laß die Folgen des Zornes ein Ende nehmen! Ich habe den Satan, der früher die Herrschaft führte, überwunden, denn an mir hat er schlechterdings nichts von dem Seinigen gefunden.5Das ungefähr ist, glaube ich, der Sinn der Worte des Erlösers gewesen. Denn nicht sowohl auf sich selbst als vielmehr auf uns wollte er das Wohlwollen des Vaters herabrufen. Wie nämlich von der ersten Wurzel, ich meine von Adam aus, die Folgen des Zornes auf die gesamte Menschennatur übergegangen sind — denn der Tod hat geherrscht von Adam bis auf Moses, auch über „diejenigen, welche nicht sündigten nach Ähnlichkeit der Übertretung Adams"6—, so sollen auch die Verdienste unseres zweiten Erstlings, das heißt Christi, wieder auf das ganze menschliche Geschlecht übergehen. Der allweise Paulus bestätigt es, wenn er sagt: „Denn wenn durch den Fehltritt des einen die vielen gestorben sind, so werden um so viel mehr durch die Rechttat des einen die vielen zum Leben gelangen“,7und wieder: „Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle das Leben erhalten.“8

B. Es ist also töricht und den heiligen Schriften durchaus widersprechend, zu meinen und zu sagen, der angenommene Mensch sei, von dem ihm verbundenen Worte im Stiche gelassen, auf menschliches Reden verfallen.

A. Gottlos ist es, mein Freund, und ein ganz deutlicher Beweis äußerster Verständnislosigkeit, aber wohl begreiflich bei Leuten, die nicht den rechten Glauben haben, Sie scheiden eben sowohl die Worte wie die Werke, die von ihm berichtet werden, in zwei Gruppen, um die einen dem Eingeborenen, diesen für sich allein genommen, die andern einem von ihm verschiedenen und aus dem Weibe geborenen Sohne zuzuweisen. Damit aber weichen sie von dem geraden und irrtumsfreien Wege ab und geben das richtige Verständnis des Geheimnisses Christi preis.

B. Dürfen also die Worte oder Werke, die in der evangelischen und apostolischen Predigt angeführt sind, nicht voneinander getrennt werden?

A. Durchaus nicht, insoweit sie anders an zwei voneinander getrennte, einzeln ganz für sich bestehende Personen und Hypostasen verteilt werden sollen. Denn Einer ist der Sohn, das um unsertwillen Mensch gewordene Wort, und ihm gehört alles an, die Reden sowohl wie die Werke, das Göttliche und ebenso auch das Menschliche.

B. Wenn es nun aber auch heißt, er sei von der Reise ermüdet gewesen und habe gehungert und sei in Schlaf gefallen, soll es, sag' mir, nicht ungeziemend sein, so ärmliche und verächtliche Dinge Gott dem Worte zuzuschreiben?

A. Dem Worte an und für sich, wie es noch nicht Fleisch geworden und bevor es in die Entäußerung hinabgestiegen war, können diese Dinge allerdings nicht zugewiesen werden; darin hast du recht. Dem menschgewordenen und entäußerten Worte aber vermögen sie keinerlei Schimpf einzutragen. Denn wie wir behaupten, er habe das Fleisch sich zu eigen gemacht, so legen wir ihm, der Annahme der Menschheit und der Art des Entäußerungsstandes entsprechend, auch die Schwächen des Fleisches bei. Er ist eben „in allem den Brüdern ähnlich geworden",9nur die Sünde ausgenommen. Du darfst dich nicht wundern, daß wir ihm mit dem Fleische auch die Schwächen des Fleisches zueignen, da er ja auch die von außen her erlittenen Beleidigungen und die von den Juden ihm zugefügten Beschimpfungen selbst seiner Person zugeschrieben hat, indem er durch den Mund des Psalmisten sagte: „Sie haben meine Kleider unter sich verteilt und über mein Gewand das Los geworfen",10und wiederum: „Alle, die mich sahen, haben mich verspottet, die Lippen aufgerissen und den Kopf geschüttelt."11

B. Und wenn er nun das eine Mal sagt: „Wer mich gesehen, hat den Vater gesehen",12„Ich und der Vater sind Eins“,13und dann hinwieder zu den Juden: „Was sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört?"14, sollen wir auch diese Worte alle einem und demselben zuerkennen?

A. Ganz gewiß. Denn Christus ist durchaus nicht geteilt, sondern nach dem Glauben aller, die ihn anbeten, der eine und einzige und wahre Sohn. Es hat ja, „das Abbild des unsichtbaren Gottes",15„der Abglanz der Herrlichkeit der Substanz des Vaters, das Ebenbild seines Wesens",16„Knechtsgestalt angenommen“,17nicht so, wie sie behaupten, daß er einen Menschen mit sich verband sondern so, daß er selbst in Knechtsgestalt erschien, ohne aber dabei die Gleichheit mit dem Vater aufzugeben. Daher hat der allweise Paulus geschrieben: „Gott, der sagte: Aus der Finsternis soll Licht aufstrahlen!, ist es der in unsern Herzen aufgestrahlt ist, zur Erleuchtung der Erkenntnis seiner Herrlichkeit im Angesichte Christi Jesu.“18Sieh, wie im Angesichte Christi die Erleuchtung der göttlichen und unaussprechlichen Herrlichkeit Gottes und des Vaters aufstrahlt! Der Eingeborene zeigt uns nämlich in sich die Herrlichkeit des Vaters, wiewohl er Mensch geworden, denn er allein und kein anderer ist und heißt Christus. Oder aber die Gegner sollen uns lehren, wie man in einem gewöhnlichen Menschen die Erleuchtung oder die Erkenntnis der göttlichen Herrlichkeit schauen kann. In keiner Menschengestalt ist Gott zu schauen, es sei denn einzig und allein in dem Worte, welches Mensch wie wir geworden, aber natürlicher und wahrer Sohn geblieben ist; in ihm war wunderbarerweise Gott zu schauen, insofern er eben Gott war. Der Verwalter seiner Geheimnisse19nennt ihn Christus Jesus, weil er Fleisch wie wir geworden; er weiß aber wohl, daß er zugleich von Natur und in Wahrheit Gott ist. Deshalb schreibt er wie folgt: „Ich habe euch aber teilweise etwas freimütig geschrieben, [wenngleich nur] in der Absicht, eure Erinnerung aufzufrischen, um der Gnade willen, die mir von Gott verliehen worden, daß ich Diener Christi Jesu für die Heiden bin, priesterlich waltend des Evangeliums Gottes.“20Auch Zacharias prophezeit seinem Sohne, ich meine dem Täufer: „Und du, Knäblein, wirst Prophet des Allerhöchsten genannt werden, denn du wirst hergehen vor dem Angesichte des Herrn, ihm ein Volk zu bereiten."21Und dann wies der göttliche Täufer auf den Allerhöchsten und Herrn mit den Worten hin: „Siehe das Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünde der Welt! Dieser ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir auf getreten ist, weil er früher war als ich."22—Ist es nun noch erlaubt, daran zu zweifeln, daß der eine und einzige und wahre Sohn das aus Gott dem Vater entstammte Wort ist, in Verbindung mit dem ihm geeinten Fleische, nicht, wie laut früherer Bemerkung Einige wollen, einem unbeseelten, sondern einem vernünftig beseelten Fleische, mit welchem er ganz und gar eine Person bildet?

B. Ich meinerseits möchte durchaus nicht daran zweifeln. Denn „es ist ein Herr, ein Glaube, eine Taufe."23Aber wenn es heißt, Jesus nehme zu an Alter und Weisheit und Gnade,24wer soll denn damit gemeint sein? Denn das Gott dem Vater entstammte Wort ist vollkommen und vollendet und kann deshalb keinerlei Wachstum oder Fortschritt erfahren. Da es selbst Weisheit ist, kann es nicht an Weisheit zunehmen. Folglich, sagen sie, muß man fragen, von wem hier die Rede sei.

A. Es soll also, scheint es, ein anderer Sohn und Herr eingeführt werden, weil einige Leute nicht imstande sind, die Tiefe der heiligen Schriften zu erfassen. Der weise Evangelist spricht von dem menschgewordenen Worte und will zeigen, daß das Wort in Weise der Menschwerdung sein Fleisch annahm und die Gesetze der Natur des Fleisches innehielt. Es ist aber der Menschennatur eigen, an Alter und Weisheit und, möchte ich beifügen, auch an Gnade zuzunehmen, indem sie entsprechend dem Wachstum des Leibes und des Verstandes des Einzelnen Fortschritte macht; aus den kleinen Anfängen der Kindheitstage steigt sie nach und nach zu Größerem auf. Dem dem Vater entsprungenen Worte wäre es nun freilich, weil Gott es war, keineswegs unmöglich oder unerreichbar gewesen, den ihm geeinten Leib gleich aus den Windeln zur Höhe zu erheben und in ein vollgereiftes Alter zu versetzen; und ebenso, behaupte ich, wäre es ihm gar leicht gewesen, schon als Kind eine bewundernswerte Weisheit an den Tag zu legen. Allein das würde eben einem Wunder gleichgekommen sein und den Zwecken der Menschwerdung nicht entsprochen haben. In der Stille, ohne Aufsehen, sollte das Geheimnis sich vollziehen. Deshalb also hat er sich in Verfolg der Menschwerdung den Gesetzen der Menschennatur unterworfen. Das gehörte auch zur Verähnlichung mit uns, die wir uns allmählich vom Kleineren zum Größeren entwickeln, indem die Zeit uns zu höherem Alter und entsprechender Einsicht führt. Wiewohl demnach das dem Vater entstammte Wort als Gott schlechthin vollkommen und keiner Entwicklung und keines Wachstums fähig ist, so macht er sich, nachdem er einer wie wir geworden, das Unsrige zu eigen, wenngleich wir wissen, daß er auch so als Gott über uns steht. Daher hat auch Paulus, trotzdem er wohl wußte, daß er Fleisch geworden, bisweilen nicht gewagt, ihn als Menschen zu bezeichnen, weil er ihn in den Höhen der Gottheit thronen sah. Er schreibt deshalb an die Galater: „Paulus, Apostel, nicht von Menschen her und nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus",25und anderswo: „Ich tue euch aber kund, daß das Evangelium, welches von mir verkündet worden, nicht nach Menschenart ist; denn auch ich habe es nicht von einem Menschen empfangen oder gelernt, sondern durch Offenbarung Jesu Christi.“26

B. Es muß also ihm zugeschrieben werden, wenn es heißt, er nehme zu an Weisheit und Alter und Gnade, ebenso auch wenn es heißt, er habe gehungert und sei ermüdet gewesen und dergleichen mehr, und die Aussagen, er habe gelitten und sei vom Vater zum Leben erweckt worden, werden wir gleichfalls ihm zuweisen.

A. Gewiß, ihm eignen wir der Menschwerdung gemäß auch das Menschliche zu und mit dem Fleische die Eigentümlichkeiten des Fleisches, Denn wir kennen keinen andern Sohn als ihn, glauben vielmehr, daß der Herr selbst uns erlöst hat, indem er als Preis für das Leben aller sein eigenes Blut dahingab. „Denn nicht mit Vergänglichem, mit Silber oder Gold, sind wir erkauft worden, sondern mit dem kostbaren Blute des untadeligen und fleckenlosen Lammes Christus",27der sich selbst für uns darbrachte zum Wohlgeruch für Gott und den Vater. Das kann uns auch der Gesetzeskenner Paulus bestätigen, der geschrieben hat: „Seid also Nachahmer Gottes als vielgeliebte Kinder und wandelt in Liebe, wie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns dargebracht hat als Gabe und Opfer an Gott zum Wohlgeruch."28Da nun Christus für uns zum Wohlgeruch geworden, indem er in sich die Menschennatur frei von allem Fehl darstellte, so haben wir durch ihn und in ihm offenen Zutritt zu dem Vater und Gott in den Himmeln erlangt. Denn es steht geschrieben: „Weil wir nun, Brüder, feste Zuversicht zum Eingang in das Heilige haben mittels des Blutes Christi, einem Eingang, den er uns als neuen und lebendigen Weg eingeweiht hat durch den Vorhang, das heißt durch sein Fleisch, hindurch."29Beachte nun, wie von seinem Blute und seinem Fleische gesprochen und das letztere ein Vorhang genannt wird, und zwar sehr treffend. Denn wie im Tempel der heilige Vorhang das Allerheiligste gänzlich verhüllte, so hatte das Fleisch des Herrn eine ähnliche Wirkung, indem es gewissermaßen nicht gestattete, die übernatürliche und einzigartige Hoheit und Herrlichkeit des mit diesem Fleische geeinten Wortes Gottes unmittelbar und unverhüllt zu schauen. Einige vermuteten daher, Christus sei Elias oder einer der Propheten;30die Juden aber, denen jedes Verständnis für das Geheimnis abging, sprachen spöttisch: „Ist dieser nicht der Sohn des Zimmermannes?"31„Wie kann er denn sagen: Ich bin vom Himmel herabgestiegen?"32Die Gottheit ist ja von Natur unsichtbar; aber der seiner Natur nach Unsichtbare ist den Erdenbewohnern in unserer Gestalt sichtbar geworden, und Gott der Herr ist uns erschienen. Und das ist es, glaube ich, was der göttliche David lehrt, wenn er sagt: „Gott wird sichtbar kommen, unser Gott, und er wird nicht schweigen."33

B. Du denkst richtig. Jene aber behaupten, es verhalte sich nicht so; daran fehle noch viel. Unter keinen Umständen wollen sie das Leiden am Kreuze dem aus Gott entsprungenen Worte zuweisen; vielmehr lehren sie, das Wort habe den zu gleichen Ehren mit ihm verbundenen Menschen dazu beauftragt, den Mißhandlungen von Seiten der Juden und den Leiden am Kreuze und schließlich auch dem Tode sich zu unterziehen, und dieser Mensch sei der Urheber unseres Heiles geworden, indem er in der Kraft des ihm verbundenen Wortes wieder zum Leben zurückkehrte und die Gewalt des Todes zunichte machte.

A. Können sie uns nun aus den heiligen Schriften den Beweis für diese Behauptungen erbringen oder führen sie Neuerungen im Glauben ein, „aus ihrem eigenen Herzen sprechend und nicht aus dem Munde Gottes", wie geschrieben steht,34oder vielleicht nicht imstande, zu sagen: „Mir soll es fern sein, mich zu rühmen, außer in dem Kreuze Christi, durch welchen mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt?"35

B. Ja, sagen sie, wir können den Beweis erbringen. Der allweise Paulus bestätigt unsere Behauptungen, indem er wie folgt geschrieben hat: „Denn es geziemte sich für den, um dessentwillen alles und durch den alles ist, da er viele Söhne zur Herrlichkeit führte, den Urheber ihres Heiles durch Leiden zu vollenden."36Denn der, sagen sie, in dem alles und durch den alles ist, kann kein anderer sein als das aus Gott entsprungene Wort. Dieses also hat durch Leiden den Urheber unseres Heiles, das heißt den Menschen aus dem Samen Davids, vollendet.

A. Dann sind wir also nicht mehr von seiten Gottes erlöst worden — wie wäre das noch möglich? —, sondern vielmehr durch fremdes Blut, und gestorben ist für uns ein unterschobener Mensch und fälschlich sogenannter Sohn, und das ehrwürdige und große Geheimnis der Menschwerdung des Eingeborenen ist Posse und Trug, und er ist nicht Mensch geworden. Nicht ihn haben wir als Heiland und Erlöser zu bezeichnen, sondern vielmehr jenen, der sein Blut für uns dahingegeben. Und doch hat der hochheilige Paulus gewissen Christen geschrieben: „Die Sinnbilder der himmlischen Dinge also müssen durch diese Mittel gereinigt werden, die himmlischen Dinge selbst aber durch bessere Opfer als diese. Denn nicht in ein mit Händen gemachtes Heiligtum, ein Abbild des wahren, ist Christus eingegangen, sondern in den Himmel selbst, um nunmehr vor dem Angesichte Gottes für uns zu erscheinen und nicht um oftmals sich selbst darzubringen, wie der Hohepriester Jahr für Jahr mit fremdem Blute in das Heiligtum eintritt, denn sonst hätte er oftmals leiden müssen seit Grundlegung der Welt. Nun aber ist er einmal bei Vollendung der Weltzeiten erschienen, um die Sünde durch sein Opfer hinwegzunehmen."37— Das also gehört dem Vorbilde an, daß der Eintritt mit fremdem Blute erfolgt und einige wenige gereinigt werden; dem Wahren aber oder der Wahrheit ist etwas weit Besseres eigen, nämlich daß Jesus mit seinem eigenen Blute eingeht, nicht in ein zeitweiliges und mit Händen gemachtes Zelt, wie es dem Schatten und den Vorbildern entsprach, sondern in das obere und wahre, das heißt in den Himmel. Es müssen nämlich die Sinnbilder der himmlischen Dinge durch diese, will sagen durch vorbildliche und fremdartige, Mittel gereinigt werden, die himmlischen Dinge selbst aber durch bessere Opfer als diese. Wir können demnach nicht umhin, zu wählen, ob wir Christus das Bessere zuerkennen wollen oder das Vorbildliche. Ich stimme für das Wahre, also für den Eingang mit dem eigenen Blute.

B. Du hast recht.

1: 2 Kor. 5, 17.
2: 1 Petr. 2, 22.
3: Matth. 27, 46.
4: Vgl. 1 Kor. 15, 45.
5: Vgl. Joh. 14, 30.
6: Röm. 5, 14.
7: Röm. 5, 15.
8: 1 Kor. 15, 22.
9: Hebr. 2, 17.
10: Ps. 21, 19.
11: Ebd. 21, 8.
12: Joh. 14, 9.
13: Ebd. 10, 30.
14: Ebd. 8, 40.
15: Kol. 1, 15.
16: Hebr. 1, 3.
17: Phil. 2, 7.
18: 2 Kor. 4, 6.
19: Vgl. 1 Kor. 4, 1.
20: Röm. 15, 15 f.
21: Luk. 1, 76.
22: Joh. 1, 29 f.
23: Eph. 4, 5
24: Luk. 2, 52.
25: Gal. 1, 1.
26: Ebd. 1, 11 f.
27: 1 Petr. 1, 18 f.
28: Eph. 5, 1 f.
29: Hebr. 10, 19 f.
30: Matth. 16, 14.
31: Ebd. 13, 55.
32: Joh. 6, 42.
33: Ps. 49, 3.
34: Jer. 23, 16.
35: Gal. 6, 14.
36: Hebr. 2, 10.
37: Hebr. 9, 23—26.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger