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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Dass Christus einer ist (Quod unus sit Christus)

2.

A. Gegen den beiderseitigen Unverstand hat nun aber die gotteingegebene Schrift ihre Stimme erhoben, um der Wahrheit Zeugnis zu geben und die Rede jener Menschen für hinfällig und nichtig zu erklären, diejenigen aber, die mit geradem und klarem Geistesauge das Geheimnis zu betrachten gewohnt sind, auf die Pfade der Gottheit zu geleiten.

B.1Ich möchte aber von dir hören, was das für Leute sind, die die so verehrungswürdige und unaussprechliche Menschwerdung des Heilandes in gottloser Weise herunterreißen. Du scheinst ja darüber sehr erregt zu sein.

A. Da urteilst du allerdings richtig. „Ich habe für den Herrn geeifert"2und bin von sehr großem Schmerz über diese Dinge erfüllt. Ich erschrecke, wenn ich sehe, worauf ihre Lehren hinauslaufen. Sie verfälschen ja den uns überlieferten Glauben, gestützt auf die Erfindungen des neuerschienenen Drachen, und flößen den Seelen der Einfältigen gleichsam Gift ein, abgeschmacktes Zeug, voll von Verkehrtheit und Verderbtheit.

B. Wer ist denn, sprich, der neuerschienene Drache, und welches Gewäsch hat er gegen die Lehren der Wahrheit vorgebracht?

A. Der neuerschienene Drache ist der tückische Mensch mit giftgeschwollener Zunge, der der Überlieferung der Lehrmeister des Erdkreises, ja auch der ganzen gotteingegebenen Schrift Lebewohl sagt und sich selbst Neues ersinnt und nun behauptet, man solle die heilige Jungfrau nicht Gottesgebärerin nennen, sondern Christusgebärerin und Menschengebärerin. Auch noch andere dumme und sinnlose Sätze verficht er, die den rechten und reinen Lehren der katholischen Kirche widersprechen.

B. Den Nestorius, denke ich, meinst du. Ich verstehe schon. Genauer aber, mein Freund, bin ich über seine Lehren nicht unterrichtet. Weshalb leugnet er, daß die heilige Jungfrau Gottesgebärerin ist?

A. Sie hat eben, sagt er, nicht Gott geboren. Denn das Wort war vor ihr da, ja sogar vor aller Ewigkeit und Zeit, weil es gleichewig ist mit Gott und dem Vater, Natürlich müssen sie nun auch leugnen, daß der Emmanuel Gott ist; unzutreffend, müssen sie sagen, hat der Evangelist diesen Namen erklärt: „Das heißt in Übersetzung: Mit uns ist Gott."3Offenbar hat aber Gott und der Vater durch den Ausspruch des Propheten4bekräftigen wollen, daß der aus der heiligen Jungfrau dem Fleische nach Geborene so genannt werden muß, weil er menschgewordener Gott ist.

B.5Nach der Ansicht jener indessen soll es sich nicht so verhalten. Sie dürften sagen, Gott oder das gottentstammte Wort sei mit uns in Weise der Hilfeleistung. Hat ja Gott durch den aus dem Weibe Geborenen die Welt erlöst.

A. War Gott, sag mir, nicht auch mit Moses, als er Israel aus dem Lande der Ägypter und der dortigen Knechtschaft errettete „mit starker Hand und erhobenem Arm", wie geschrieben steht?6Und hat er nicht später zu Josue ausdrücklich gesagt: „Und wie ich mit Moses war, so werde ich auch mit dir sein"?7

B. Das ist wahr.

1: In der Verteilung des Textes zwischen A und B folge ich hier eine kurze Strecke lang der ältern Ausgabe, abweichend von der Ausgabe Puseys.
2: 3 Kön. 19, 10.
3: Matth. 1, 23,
4: Is. 7, 14.
5: Hier schließe ich mich wieder der Ausgabe Puseys an.
6: Deut. 5, 15.
7: Jos. 1, 5.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger