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Cyrillus von Alexandrien († 444)
Über Den Rechten Glauben an den Kaiser
(De recta fide ad imperatorem)

1.

Ihr, christusliebende Kaiser, habt den erhabensten und alle andern Würden in unvergleichlichem Abstände übertreffenden und überragenden Gipfelpunkt menschlicher Ehre inne, und euch ist als ausgezeichnetes und einzigartiges Los von seiten Gottes die seiner eigenen Herrschaft über alle Dinge entsprechende Hoheit auf Erden verliehen worden. Denn Gott beugt sich jedes Knie,1und Throne und Fürstentümer, Herrschaften und Gewalten neigen unterwürfig ihren Nacken2und bringen ununterbrochen die geziemenden Lobpreisungen dar, indem sie sprechen: Himmel und Erde sind voll seiner Herrlichkeit.3Und bei eurer Majestät Huld sieht man das augenfällige und hervorstechende Abbild dieser so gewaltigen und alles übersteigenden Größe. Denn ihr seid der Quell aller höheren Posten und selbst keinem Obern unterstellt und der Ursprung und Ausgang des Glückes der Menschheit. Die dem Zepter eurer Herrschaft unterstehenden Völker werden durch die milden Winke eurer Regierung für einen gerechten und ehrbaren und glücklichen Lebenswandel gewonnen; diejenigen aber, die das Joch nicht tragen wollen, sinken schnell zu Boden, niedergestreckt von der euch zur Verfügung stehenden Gewalt. Wenn nur der Schild des Kaisers aufblitzt, weichen ihre Scharen zurück und geben sich verloren, lassen alsbald ihren Unverstand fahren, fallen in die Knie und bitten um Verzeihung, Haben doch die kampfestüchtigen und kriegserfahrenen und sieggewohnten Reihen eurer Krieger den gesamten Erdkreis bezwungen. Im Osten wie im Westen seid ihr der Jubel und der Lobpreis und der Gegenstand jeglicher Feier; im Süden wie im Norden wird man nicht müde, euch Dank zu singen. Die unerschütterliche Grundlage eurer so gottliebenden und ruhmgekrönten Regierung ist unser Herr Jesus Christus selbst, denn „durch ihn üben die Könige Königsmacht und bestimmen die Machthaber, was recht ist", wie geschrieben steht.4Denn sein Wille ist allmächtig, und durch einen bloßen Wink verleiht er die Fülle alles Guten. Und gern und bereitwillig verteilt er an diejenigen, die ihn lieben, das Auserlesenste von allem, was man zu wünschen und zu bewundern pflegt. Ein ausreichender Beweis für das Gesagte liegt schon in dem, was eurer Herrschaft geschenkt worden ist und, wie wir vertrauen, noch geschenkt werden wird. Daß aber der Ruhm der Frömmigkeit gegen Gott das unerschütterliche Fundament der Königswürde bildet, das will ich aus der Heiligen und gotteingegebenen Schrift selbst in möglichster Kürze darzutun versuchen.

1: Vgl. Is. 45, 24.
2: Vgl. Kol. 1, 16.
3: Vgl. Is. 6, 3.
4: Sprichw. 8, 15.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger