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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Über Den Rechten Glauben an den Kaiser (De recta fide ad imperatorem)

43.

Es steht demnach unzweifelhaft fest, daß er die Herrschaft erlangt hat über die Toten und über die Lebenden, weil er eben dazu und zu keinerlei anderm Zwecke gestorben und auferweckt worden ist. Wer war es nun, der sich dem Tode unterzog und wieder auflebte? Offenbar der Sohn. Das wird, glaube ich, ein jeder, wer immer es sei, zugestehen. Was werden wir nun sagen? Ist das Gott dem Vater entstammte Wort sterblich und der Vergänglichkeit unterworfen oder ist es als Leben über Tod und Vergänglichkeit erhaben? Aber allen leuchtet doch ein, daß er als Leben Macht hat über den Tod. Wie ist er dann unter die Toten gekommen, wenngleich als „ein Freier“, nach den Schriften?1Das Wort an sich kann ja nicht sterben. Wir behaupten daher, daß sein Fleisch gestorben ist und deshalb gesagt wird, er selbst habe den Tod erlitten. Nicht ohne das Fleisch also, sondern in demselben und mit demselben hat er die Herrlichkeit der Herrschaft erlangt. Dem Gesetze des Fleisches und unserer Natur gemäß ist er gestorben und auferweckt worden, indem er durch das Erleiden des Todes seine Menschennatur und durch das Wiederaufleben seine göttliche Macht bekundete. Durch beides zusammen sollte dargetan werden, daß er einerseits Mensch wie wir und anderseits als Gott über uns erhaben ist, und so sollte er sich als den Herrn aller erweisen, er, der vor Annahme des Fleisches mit seinem Vater herrschte. Als solchen erkannte Nathanael ihn und sprach: „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels."2Er selbst aber sagte zu seinen Jüngern: „Ihr nennt mich Meister und Herr, und ihr sagt es mit Recht, denn ich bin es."3Und sein Wort durch die Tat bekräftigend, läßt er Sünden nach und verleiht Gewalt gegen unreine Geister, um sie auszutreiben und jede Krankheit und jede Schwäche unter dem Volke zu heilen. „Im Namen Jesu Christi des Na-zareners" ist der geheilt worden, der an den Füßen gelähmt war und an der Schönen Pforte saß.4Abgeschüttelt hat die so langwierige und gänzlich unheilbare Doppelkrankheit jener Äneas, zu welchem der göttliche Petrus sprach: „Äneas, Jesus Christus heilt dich."5

1: Ps. 87, 6.
2: Joh. 1, 49.
3: Ebd. 13, 13.
4: Apg. 3, 6.
5: Ebd. 9, 34.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger