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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Über Den Rechten Glauben an den Kaiser (De recta fide ad imperatorem)

42.

Daß es sich wirklich so verhält und dies die Wahrheit ist, kannst du aber, wenn du willst, auch aus andern Zeugnissen ersehen. Durch einen der heiligen Propheten hat Gott einmal von dem dem Fleische nach aus dem Samen Davids stammenden Christus gesagt: „Und du, Bethlehem, Haus Ephrata, bist nicht die geringste unter den Tausenden Judas; aus dir wird der hervorgehen, der da Herrscher sein soll in Israel, dessen Ursprung von Anfang an ist seit den Tagen der Ewigkeit."1Der göttliche Paulus aber sagt von den Söhnen Israels: „Alle sind auf Moses getauft worden in der Wolke und im Meere und alle haben die geistige Speise gegessen und alle denselben geistigen Trank getrunken; sie tranken nämlich aus dem ihnen folgenden geistlichen Felsen, der Fels aber war Christus."2— Nun beachte, wie der dem Worte eigene Altersvorrang zufolge der Einigung der Menschwerdung Christus Jesus zugeschrieben wird! Oder sind die Worte nicht klar? Augenscheinlich wird doch von dem Bethlehemiten, einem Menschen und vom Weibe Geborenen, gesagt, daß er seinen Ursprung hat vom Anfang der Ewigkeit an. Denn im Anfang und vor aller Ewigkeit war das Wort, welches Mensch geworden, und dieses Wort war der Fels, welcher das dürstende Israel mit den unverhofften und ungeahnten Wassern tränkte, obwohl das Wort dem Fleische und der Menschheit nach erst in den letzten Weltzeiten geboren und zu seiner Sendung in diese Welt von Gott dem Vater gesalbt worden ist. Deshalb und aus keinem andern Grunde ist es Christus genannt worden. Christus aber war laut Paulus der Fels. Es kämpft und streitet aber für diese Lehre auch der weise Johannes, der die Naturen gewissermaßen zusammenfaßt und die einer jeden Natur innewohnenden Eigentümlichkeiten zu einer Einheit verbindet. Schau, was er sagt: „Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir gesehen haben mit eigenen Augen, was wir geschaut und unsere Hände berührt haben, von dem Worte des Lebens [verkünden wir euch], und das Leben ist geoffenbart worden, und wir haben es gesehen und bezeugen und verkünden euch das ewige Leben, welches beim Vater war und uns geoffenbart worden ist."3Sieh, von dem, der im Anfang war, sagt er ausdrücklich, er sei sichtbar geworden und habe sich sogar berühren lassen. Thomas rief ja aus: „Mein Herr und mein Gott!", nachdem er mit dem Finger seine Seite und die Wundmale der Nägel befühlt hatte.4Auch der göttliche Lukas sagt, die heiligen Apostel seien Augenzeugen und Diener des Wortes geworden.5Der Unkörperliche ist eben in Erscheinung getreten, und der Ungreifbare ist greifbar geworden,weil er das irdische Fleisch nicht als fremdes Gewand getragen, sondern zu seinem Tempel gemacht und in ihm und mit ihm sich als Gott und Herrn zu erkennen gegeben hat. Auch der göttliche Paulus hat, wie du weißt, irgendwo geschrieben: „Denn keiner von uns lebt für sich und keiner stirbt für sich. Denn wenn wir leben, so leben wir für den Herrn, und wenn wir sterben, so sterben wir für den Herrn. Mögen wir also leben oder mögen wir sterben, wir gehören dem Herrn an. Denn dazu ist Christus gestorben und lebendig geworden, daß er über die Toten und über die Lebenden herrsche.“6

1: Mich. 5, 2.
2: 1 Kor. 10, 2—4.
3: 1 Joh. 1, 1 f.
4: Joh. 20, 28.
5: Luk. 1, 2.
6: Röm. 14, 7—9.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger