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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Über Den Rechten Glauben an den Kaiser (De recta fide ad imperatorem)

37.

Es könnte nun jemand kommen und fragen: Sind wir denn also auf einen Menschen getauft worden? Werden wir diese Frage bejahen? Wir werden vielmehr entgegnen: Sprich nicht so, o Mensch! Was fängst du an, du Unvernünftiger? Du drückst unsere Hoffnung hinab auf die Erde. Nicht auf einen bloßen Menschen sind wir getauft worden, sondern auf den menschgewordenen Gott, der diejenigen, die sich zum Glauben an ihn bekennen, von Strafe und von den früheren Verschuldungen freispricht. Sagt ja der göttliche Petrus in seiner Ansprache an die Juden auch: „Tut also Buße, und ein jeder von euch soll sich taufen lassen auf den Namen Jesu Christi zur Nachlassung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“1Indem er nämlich dem, der sich zu ihm hinwendet, die Sünden vergibt, salbt er ihn überdies mit seinem Geiste, den er als das aus Gott dem Vater entstammte Wort mitteilt und aus seiner Natur heraus auf uns überströmen läßt. Als er dies zur Zeit seines Wandels im Fleische tat, hat er um der Einigung willen als Mensch auch leiblich den Geist eingehaucht. Denn er hauchte die heiligen Apostel an, während er sprach: „Empfanget den Heiligen Geist!"2„Und nicht in kärglichem Maße gibt er den Geist", nach dem Worte des Johannes,3sondern aus sich selbst heraus teilt er ihn mit, ganz so wie auch der Vater. Kann man doch sehen, wie der göttliche Paulus, ohne irgendeinen Unterschied zu machen, den Geist bald Gott dem Vater zuweist, bald aber auch wieder dem Sohne. Er schreibt nämlich wie folgt: „Ihr aber seid nicht im Fleische, sondern im Geiste, wenn anders der Geist Gottes in euch wohnt. Wenn aber jemand den Geist Christi nicht hat, der ist nicht sein. Wenn jedoch Christus in euch ist, so ist zwar der Leib tot um der Sünde willen, der Geist aber ist lebendig um der Gerechtigkeit willen."4Es steht demnach fest, daß der Geist auch dem Sohne eigen ist, und zwar nicht nur dem aus dem Vater entsprungenen Worte, sondern auch dem uns gleich gewordenen Menschen, weil er als solcher der in seiner Natur gründenden Eigenheiten der Gottheit nicht ermangelt. Ist er doch das Leben aller vermöge der unaussprechlichen Geburt aus dem lebendigen Vater, wenngleich es auch wieder heißt, daß er gleich uns lebendig gemacht werde. So kann man auch sehen, daß er seinem Fleische die Herrlichkeit göttlicher Wirksamkeit schenkt, während er anderseits auch wieder das Fleisch sich selbst zu eigen macht und der Einigung der Menschwerdung entsprechend gewissermaßen auch seiner Natur beilegt.

1: Apg. 2, 38.
2: Joh. 20, 22.
3: Ebd. 3, 34.
4: Röm. 8, 9 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger