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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Über Den Rechten Glauben an den Kaiser (De recta fide ad imperatorem)

22.

Wunderbar aber war es und für einen jeden höchst erstaunlich, daß der von Natur vergängliche Leib wieder auflebte, weil er der Leib des unvergänglichen Wortes war, die Seele aber, die die Verbindung und Einigung mit dem Worte erlangt hatte, im Besitze göttlicher Macht und Gewalt in die Unterwelt hinabstieg und den dort befindlichen Geistern erschien. Sprach er ja auch „zu denen, die in Fesseln lagen: Geht hinaus!, und zu denen, die im Finsteren saßen: Kommt ans Licht!"1In diesem Sinne, denke ich, sagt der göttliche Petrus von dem Worte Gottes und der kraft der Menschwerdung in Weise der Einigung ihm verbundenen Seele: „Denn besser ist es, als Gutestuende zu leiden, wenn Gottes Wille es so will, denn als Übeltäter, weil auch Christus einmal für die Sünder gestorben ist, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott hinführe, getötet im Fleische, lebendig gemacht durch den Geist, wobei er", sagt er, „auch die im Kerker befindlichen Geister, die einst ungläubig waren, aufsuchte und ihnen predigte."2Er will jedenfalls nicht sagen, daß bloß die Gottheit des Eingeborenen für sich allein in die Unterwelt hinabgestiegen sei und den dort befindlichen Geistern gepredigt habe, da sie durchaus unsichtbar ist; das Göttliche ist ja zu erhaben, um jemals gesehen zu werden. Wir werden aber auch nicht zugeben, daß die Gottheit zum Scheine und trügerischer Weise sich in eine Seele verwandelt habe, denn der Schein ist allenthalben abzulehnen. Vielmehr hat er, wie er mit den Menschen auf Erden im Fleische verkehrte, so den Seelen in der Unterwelt im Gewande der Seele gepredigt, wie sie ihm geeint worden war.

1: Is. 49, 9.
2: 1 Petr. 3, 17—20.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger