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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Über Den Rechten Glauben an den Kaiser (De recta fide ad imperatorem)

16.

Aber auch denen, die da sagen, das dem Worte geeinte Fleisch sei der vernünftigen Seele beraubt gewesen, werden wir, die wir wohl gelernt haben, der Wahrheit nachzuforschen, füglich nicht zustimmen können. Diese Leute umkleiden nämlich das Wort mit einem nur des Lebens und der Wahrnehmung fähigen Fleische und lassen es so in die Welt eintreten, während sie die Tätigkeit des Geistes imd der Seele dem Eingeborenen zuweisen. Sie schrecken, ich weiß nicht wie, davor zurück, zu bekennen, daß das Wort dem der Natur nach mit einer vernünftigen Seele beseelten menschlichen Fleische geeint ist, indem sie der anfänglichen und uralten Glaubensüberlieferung keine Beachtung schenken, vielmehr törichter Weise ihrem eigenen Sinne und menschlichen Vernünfteleien folgen zu sollen meinen und daher tatsächlich anders denken, „als man denken soll“.1Und welchen Grund haben sie für diese Lehre? Ich will es sagen. Wir lehren, daß der „Mittler zwischen Gott und den Menschen"2den Schriften zufolge zusammengesetzt ist aus unserer Menschennatur in der ihrem Begriffe entsprechenden Vollständigkeit und dem der Natur nach aus Gott entsprungenen Sohne, das heißt dem Eingeborenen. Wir behaupten, daß eine gewisse Zusammenfügung und unaussprechliche Verbindung von ungleichen und unähnlichen Naturen zu einer Einheit stattgefunden hat, und bekennen, daß Christus und der Herr und der Sohn Einer ist, weil er in einer und derselben Person Gott und Mensch zugleich ist. Wir sind gewohnt, die Einheit als schlechterdings unzerreißbar anzusehen, weil wir dafür halten, daß Einer und derselbe Eingeborener und Erstgeborener ist, Eingeborener als das Wort Gottes des Vaters und aus seiner Wesenheit entsprungen, Erstgeborener, insofern er Mensch geworden ist und einer „unter vielen Brüdern".3Wie es nämlich einen Gott Vater gibt, aus dem alles ist, so auch einen Herrn Jesus Christus, durch den alles ist.4Wir anerkennen das Wort, durch welches alles ist, als Gott der Natur nach, auch wenn es Fleisch geworden ist, das heißt Mensch.

1: Röm. 12, 3.
2: 1 Tim. 2, 5.
3: Röm. 8, 29.
4: 1 Kor. 8, 6.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger