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Cyrillus von Alexandrien († 444) - Über Den Rechten Glauben an den Kaiser (De recta fide ad imperatorem)

11.

Würde man doch berechtigt sein — auch das muß schließlich noch gesagt werden —, den Torheiten dieser Menschen eine noch größere Torheit gegenüberzustellen und zu behaupten, es sei nicht unmöglich, daß auch das erdgeborene Fleisch einmal zu der Natur der Gottheit aufsteige und den Zustand der höchsten aller Wesenheiten erreiche. Denn wenn ihrem Unsinn zufolge die Natur der Gottheit in die Natur des Fleisches übergegangen ist, so kann es nicht ausgeschlossen sein, daß die niedere und uns eigene Natur einmal über das Fleisch sich hinausschwinge und zur Gottheit und in die höchste Wesenheit umgewandelt werde. Indessen wollen wir nicht ihrem Unverstände Gefolgschaft leisten, sondern uns vielmehr an die göttlichen Schriften halten, an den Propheten, der erklärt: „Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und man wird seinen Namen Emmanuel nennen",1und an den seligen Gabriel, der die Vorhersagung besiegelt und den Ratschluß des Himmels der Jungfrau mit den Worten enthüllt: „Fürchte dich nicht, Maria, denn siehe, du wirst empfangen im Schoße und einen Sohn gebären und seinen Namen Jesus nennen."2Wir glauben also, daß der Emmanuel in Wahrheit aus dem Weibe geboren ist, und in diesem rechten Glauben werden wir den herrlichen und erhabenen Ruhm unserer Natur nicht ablehnen. Denn nicht seine eigene Natur hat der Eingeborene angenommen — das würde uns nichts geholfen haben — und auch nicht die der Engel, sondern die „des Samens Abrahams", wie geschrieben steht,3denn nur so und nicht anders konnte das ins Verderben gestürzte Geschlecht wieder gerettet werden.

1: Is. 7, 14.
2: Luk. 1, 30 f.
3: Hebr. 2, 16.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger