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Gregor v. Nyssa (†394) - Gespräch mit Makrina über Seele und Auferstehung (Dialogus de anima et resurrectione)
§1 Einleitung.

2.

Da fing ich, weil mir das Herz vor Weh noch brannte, also zu sprechen an: „Wie kann dies von den Menschen erreicht werden, da doch jeder eine natürliche Abneigung gegen den Tod in sich trägt und sowohl die, welche jemand sterben sehen, solchen Anblick kaum aushalten, als auch diejenigen, welchen der Tod droht, ihm zu entfliehen versuchen, soweit es nur irgendwie möglich ist. Selbst die geltenden Gesetze rechnen die Tötung eines Menschen unter die größten Verbrechen und verhängen für dieselbe die schwersten Strafen. Wie sollen wir es zustande bringen, das Scheiden aus dem [S. 244] Leben bei Fremden und gar erst bei uns Nahestehenden für nichts zu achten?“ „Sehen wir nicht“, sprach ich, „das ganze Dichten und Trachten der Menschen darauf gerichtet, uns am Leben zu erhalten? Denn deshalb haben wir Häuser zum Wohnen erfunden, damit nicht unsere Körper von außen her durch Kälte oder Hitze Schaden nehmen. Der Ackerbau ferner, was ist er anders als ein Rüstzeug für das Leben? Und überhaupt die ganze Sorge, die auf das Leben verwendet wird, ist nur der Furcht vor dem Tode entsprungen. Was ist die Heilkunde? Warum steht sie bei den Menschen in Ehren? Nicht deshalb, weil sie gewissermaßen nach allen Regeln der Kunst gegen den Tod zu kämpfen scheint? Brustpanzer und Schilde, Beinschienen und Helme, die Waffenwehren und Mauerbollwerke, eisenbeschlagene Tore und schützende Schanzgräben und ähnliches, was hat sie anders ersonnen als nur die Furcht vor dem Tode? Da demnach der Tod so schrecklich ist, wie kann man einem leicht gehorchen, der den Hinterbliebenen befiehlt, um den Dahingegangenen nicht zu trauern?“

 

 

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Einleitung zum Gespräch mit Makrina „Über die Seele und die Auferstehung".
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. §9 Von der Unterwelt.
. §10. Eine Art Verbindung ...

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger