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Apostolische Väter - Der Hirte des Hermas
II. Gebote
Sechstes Gebot

2. Kap. Der Engel der Gerechtigkeit und der Schlechtigkeit.

1. „So höre mich denn“, fuhr er weiter, „an über den Glauben. Zwei Engel sind bei dem Menschen, einer der Gerechtigkeit und einer der Schlechtigkeit.“ 2. „Wie nun“, unterbrach ich, „wie nun soll ich, o Herr, ihre Wirkungen erkennen, da doch beide Engel in mir wohnen?“ [S. 213] 3. „Höre“, erwiderte er, „und lerne sie kennen. Der Engel der Gerechtigkeit ist zart, schamhaft, milde und ruhig; wenn nun dieser in deinem Herzen sich regt, spricht er sogleich mit dir über Gerechtigkeit, Keuschheit, Heiligkeit, Genügsamkeit, über jegliche gerechte Tat und über jede rühmliche Tugend. Wenn all dies in deinem Herzen sich regt, dann wisse, dass der Engel der Gerechtigkeit mit dir ist. Denn das sind die Werke des Engels der Gerechtigkeit, diesem also vertraue und seinen Werken. 4. Betrachte nun auch die Werke des Engels der Schlechtigkeit. Er ist vor allem jähzornig, verbittert und unverständig, seine Werke sind böse und verführen die Diener Gottes; wenn also dieser sich in deinem Herzen regt, dann erkenne ihn an seinen Werken.“ 5. „Ich verstehe nicht, o Herr, wie ich ihn erkennen soll.“ „So höre“, sprach er. „Wenn ein Jähzorn an dich kommt oder eine Erbitterung, dann wisse, dass er in dir ist; ferner wenn Begierden kommen, allerlei zu treiben, und mannigfache Ausgaben für reichliche Tafelgenüsse, häufiges und übermäßiges Trinken, für allerlei Leckerbissen und unnötige Dinge, Begierden nach Frauen und Reichtümern; ein übermäßiger Stolz und Prahlerei, und alles, was diesen verwandt und ähnlich ist: wenn also derlei Gedanken in deinem Herzen aufsteigen, dann wisse, dass der Engel der Schlechtigkeit in dir ist. 6. Wenn du dann seine Werke erkannt hast, dann sage dich los von ihm und vertraue ihm nicht, weil seine Werke schlecht und den Dienern Gottes schädlich sind. Nun hast du die Wirkungen beider Engel. Lerne sie kennen und vertraue dem Engel der Gerechtigkeit. 7. Von dem Engel der Schlechtigkeit sage dich los, weil seine Lehre schädlich ist in jedem Stücke; wenn nämlich jemand ein gläubiger Mann ist und die Gesinnung dieses Engels in sein Herz dringt, dann muss dieser Mann oder diese Frau einen Fehltritt tun. 8. Wenn dagegen einer ein ganz böser Mann oder eine ganz böse Frau ist und in sein Herz die Werke des Engels der Gerechtigkeit dringen, dann muss er notgedrungen etwas Gutes tun. 9. Du siehst also“, sprach er weiter, „dass es gut ist, dem Engel der Gerechtigkeit zu folgen, von dem der Schlechtigkeit aber sich abzukehren; 10. Soviel [S. 214] eröffnet dieses Gebot über den Glauben, damit du den Werken des Engels der Gerechtigkeit vertrauest und sie erfüllest und so in Gott lebest. Glaube aber, dass die Werke des Engels der Schlechtigkeit böse sind, tue sie nicht, und du wirst leben in Gott.“

 

 

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Einleitung zum Hirte des Hermas
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger