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Gregor v. Nyssa (†394) - Große Katechese (Oratio catechetica magna)

Kapitel 30. Warum ist die Erlösung noch nicht allseitig vollendet?

1.

Wenn aber jemand meint, unsere Glaubenslehre durch den Hinweis auf die Tatsache widerlegen zu können, daß auch nach Abschluß des Heilverfahrens das Leben der Menschen mit Sünden angefüllt sei, so möge er sich durch ein bekanntes Beispiel zur richtigen [S. 60] Auffassung führen lassen. Wie nämlich bei der Schlange, wenn sie einen tödlichen Schlag auf den Kopf erhält, der übrige nachschleppende Teil keineswegs zugleich mit dem Kopfe zu Tode gebracht wird, sondern, sie selbst zwar tot ist, der Schwanz aber noch durch seine eigene Triebkraft beseelt wird und der lebensvollen Beweglichkeit noch nicht ganz verlustig geht, so kann man auch hinsichtlich der Bosheit beobachten, daß sie zwar aufs Haupt geschlagen ist, in den übrigen Teilen aber unser Leben noch stört.

Aber wenn sie davon abstehen, von diesem Gesichtspunkt aus unsere Glaubenslehre über das Geheimnis zu tadeln, so erheben sie doch darüber Klage, daß der Glaube nicht zu allen Menschen gelangt sei; dabei werfen sie die Frage auf: „Warum kam die Gnade nicht zu allen, sondern ist, während einige sich zur Lehre bekennen, die Zahl derer, die zurückbleiben, nicht klein, sei es, daß Gott nicht den Willen hatte, die Wohltat neidlos allen zuzuwenden, oder daß er nicht die Macht hiezu besaß? In beiden Fällen würde Gott ein Vorwurf treffen; denn weder ist es Gottes würdig, das Gute nicht zu wollen, noch dasselbe nicht vollbringen zu können. Wenn der Glaube aber ein Gut ist, fragen sie, warum kam die Gnade nicht zu allen?“

 

 

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Einleitung zur „Großen Katechese".
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger