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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Viertes Buch
XXII. Kapitel

144.

1. Solcherart sind die lichtscheuen Grundsätze. Und wenn jemand auch unterläßt, Unrecht zu tun, in der Hoffnung auf die von Gott für gerechtes Handeln verheißene Belohnung, so ist auch er nicht aus freiem Willen gut. Denn wie jenen die Furcht, so macht diesen nur der Lohn gerecht, oder vielmehr er zeigt, daß jener gerecht nur scheinen will.

2. Daß aber die Guten nach dem Tode etwas Schönes zu erwarten haben, die Schlechten aber das Gegenteil, das wissen nicht nur die Anhänger der barbarischen Weisheit, sondern auch die Pythagoreer. Denn auch sie sagten, daß für die Weisheitsfreunde die gute Erwartung das Endziel sei. So sagte auch Sokrates im Phaidon, daß die guten Seelen von der Erde "mit guter Hoffnung" scheiden;1 und umgekehrt sagt er im Gegensatz dazu Schlimmes über das Schicksal der Schlechten mit den Worten: "Denn sie leben mit der Erwartung von Schlimmem."2

3. Mit ihm [S. 98] stimmt, wie sich zeigt, auch Herakleitos in den Worten überein, die er in bezug auf die Menschen sagt: "Den Menschen steht nach dem Tode bevor, was sie nicht erwarten und was sie nicht ahnen."3

1: Vgl. Platon, Phaidon p. 67 C.
2: Ebd. Staat I p. 330 E.
3: Herakleitos Fr. 27 Diels; vgl. Protr. 22,1.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger