Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Gregor v. Nyssa (†394) - Große Katechese (Oratio catechetica magna)

Kapitel 18. Die Angemessenheit der Menschwerdung ergibt sich schon aus den segensreichen Wirkungen derselben.

1.

Schwer verständlich ist es aber, daß manche, wenn sie das Weilen Gottes in einem menschlichen Lebensgang glauben sollen, in seiner Herabkunft auf Erden manche Aussetzungen zu machen haben, als ob sie nicht aus weisen und guten Gründen erfolgt sei. Denn für alle, welche der Wahrheit nicht zu schroffen Widerstand leisten, gibt es für das Wohnen Gottes hienieden einen Beweis, der von nicht geringer Bedeutung ist und schon in dem gegenwärtigen Leben in die Erscheinung tritt, ich meine den Beweis, der durch Tatsachen geliefert wird. Denn wer wüßte nicht, wie der Trug der Dämonen über alle Teile der Erde sich ausgedehnt und den höchsten Grad erreicht hatte, indem er durch den Götzenwahn das Leben der Menschen beherrschte, wie es bei allen Völkern der Welt Sitte geworden war, durch Schlachtopfer und Greuel vor den Altären den Dämonen in den Götzen zu huldigen? Seitdem aber, wie der Apostel sagte, die Heilsgnade Gottes für alle Menschen erschienen war (Tit. 2, 11), die in der menschlichen Natur zu uns herniederstieg, da verschwand all das einem Rauche gleich in Nichts, so daß [S. 41] aufhörte der Wahnsinn der Orakel und Zeichendeuterei, aufgehoben wurden die jährlichen Festzüge und die blutigen und unsauberen Metzeleien bei den Hekatomben und bei den meisten Völkern beseitigt wurden Altäre, Vorhöfe, Haine und Bildsäulen, sowie die übrigen Einrichtungen, welche die Götzendiener zur Täuschung ihrer selbst und ihrer Anhänger getroffen hatten, so daß man in vielen Gegenden sich gar nicht einmal erinnert, ob dies je einmal stattgefunden habe, dagegen einzogen im Namen Christi auf dem ganzen Erdenrund Tempel und Altäre, der heilige und unblutige Priesterdienst, die mehr im Werke als im Worte gepflegte erhabene Weisheitsliebe, die Geringschätzung des irdischen Lebens und die Verachtung des Todes, welche unleugbar die von den Tyrannen zur Glaubensleugnung Gedrängten an den Tag legten, da sie die Qualen des Leibes und die Verurteilung zum Tode für nichts achteten, wozu sie nicht fähig gewesen wären, wenn sie nicht einen klaren und unzweifelhaften Beweis von der Erscheinung Gottes auf Erden gehabt hätten.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zur „Großen Katechese".
Allgemeine Einleitung
Bilder Vorlage

Navigation
. Mehr
. Kapitel 10. Die Mensch...
. Kapitel 11. Das beste ...
. Kapitel 12. Die Gottheit ...
. Kapitel 13. Geburt ...
. Kapitel 14. Seine Lieb...
. Kapitel 15. Warum erlö......
. Kapitel 16. Die Mensch...
. Kapitel 17. Die Frage, ...
. Kapitel 18. Die Angeme...
. . 1.
. . 2.
. Kapitel 19. Noch andere ...
. Kapitel 20. Gott wirkt ...
. Kapitel 21. Die Mensch...
. Kapitel 22. Die Gerech...
. Kapitel 23. Fortsetzung.
. Kapitel 24. Außer ...
. Kapitel 25. Die Mensch...
. Kapitel 26. Gott verfuhr ...
. Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger