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Gregor v. Nyssa (†394) - Große Katechese (Oratio catechetica magna)

Kapitel 17. Die Frage, warum uns Gott nicht durch einen Machtspruch, sondern durch die Menschwerdung erlöste, erfordert eingehendere Untersuchung.

1.

Allein mancher wird behaupten, daß der gegen uns erhobene Einwurf noch nicht zurückgewiesen sei, ja, daß durch das Gesagte der Vorhalt der Ungläubigen noch eine Stütze erhalten habe. Wenn nämlich, wie unsere Rede hervorhob, eine so große Macht ihm zur Verfügung steht, daß von ihm sowohl die Aufhebung des Todes als auch die Wiedereinführung ins Leben abhängt, warum führt er denn seinen Heilsplan nicht durch seinen bloßen Willen aus, sondern vollzieht unsere Erlösung auf solchem Umwege, indem er sich, um den Menschen zu erretten, geboren werden und sich ernähren läßt und sogar in den Tod geht, während es ihm doch freistand, uns unter Vermeidung all dieser Umständlichkeiten das Heil zu erwerben? ― Solchen Einreden gegenüber könnte vor Gutgesinnten zwar schon der Hinweis darauf genügen, daß auch die Kranken dem Arzte durchaus nicht das Kurverfahren vorschreiben, noch mit diesem ihrem Wohltäter wegen seiner Behandlungsart ins Gericht gehen, weshalb er etwa den leidenden Körperteil berührt habe und gerade auf dieses Heilmittel verfallen sei, während ein ganz anderes am Platz gewesen wäre; sondern sie [S. 40] behalten das Endziel des ganzen Verfahrens im Auge und nehmen mit Dank die Wohltat entgegen, die er ihnen erweisen will. Aber weil nach den Worten des Propheten der Reichtum der göttlichen Güte ihren Segen im Verborgenen ausstreut (Ps. 30, 23 [hebr. Ps. 31, 23]) und dieselbe für uns, solange wir im gegenwärtigen Leben weilen, nicht taghell sichtbar wird, ― denn alle Einwände des Unglaubens wären sogleich abgeschnitten, wenn der Gegenstand unserer Hoffnung ganz klar vor aller Augen daläge; nun soll uns erst in der Zukunft ganz offen enthüllt werden, was wir jetzt lediglich im Glauben sehen ― so wird es wohl gut sein, hinsichtlich der noch nicht beantworteten Fragen nach Kräften eine Lösung zu suchen, die auch denen genügen dürfte, welche von Vorurteilen befangen sind.Kapitel 18. Die Angemessenheit der Menschwerdung ergibt sich schon aus den segensreichen Wirkungen derselben.

 

 

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Einleitung zur „Großen Katechese".
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger