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Epiphanius v. Salamis († 403) - Gegen die Antidikomarianiten (Panarion Haer. 78.)

9.

Wie sollten wir es denn nicht zeigen können, daß jene Jungfrau in keuscher Reine verharrte? Da sollen uns einmal gleich unsere Gegner zeigen, daß Maria nach der Empfängnis des Erlösers irgendwelche Kinder gebar. Sie sollen uns deren Namen angeben, die sie wohl selbst erfinden müßten, die findigen Worthelden in Lug und Trug. Aber sie können das nicht zeigen. Denn die Jungfrau hat nie ehelichen Umgang gepflogen. Das sei ferne! Denn wenn sie Kinder geboren hätte, sie, die jederzeit beim Erlöser selbst war, so müßte davon die Rede sein, daß auch ihre Kinder mit dabei seien. — Es führt die Gegner aber in die Irre das Wort: "Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich"1 . Und sie wissen nicht, daß vor dem geschrieben steht: daß seine Brüder nicht an ihn glaubten2 . Auch uns ging es ja so: Wir machten erst mit der Zeit Fortschritte und wunderten uns [anfangs] über die harmlose Schrift, und siehe: Nachdem wir zum Verständnis des Ganzen vorgedrungen, danken wir Gott, der durch Worte, die unzulänglich scheinen, so sichere Vorkehrung getroffen hat, in der Hl. Schrift, jeglichen Schriftwortes Wahrheit zu verbürgen. Denn, wenn wir immer hörten von Jakobus, daß er Bruder des Herrn genannt wurde, sagten wir uns verwundert: Wofür ist es gut? Jetzt aber wissen wir, aus welchem Grunde, wieso die Schrift das vorausbemerkte: Jedenfalls doch, damit, wenn wir hören: "Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich", wir erkennen sollen, daß von Jakobus und den anderen Söhnen Josephs die Rede ist und nicht von Söhnen Mariens, die es gar nicht gab. Denn es ist offenbar, daß Jakobus mehr Jahre zählte, als seit der Erscheinung des Herrn im Fleische verstrichen waren. Geschwister aber heißt sie wohlweislich die Schrift und nennt sie bei ihrem Namen Jakob, Jose, Simeon, Juda, Salome und Maria, damit man erkenne, wessen Sohn Jakobus ist und von welcher Mutter; man soll auch merken, wer dem Alter nach größer ist. Denn Jesus wurde gekreuzigt im dreiunddreißigsten Jahre seiner Erscheinung im Fleische. es war aber das zwanzigste Jahr Herodes', des Sohnes des Archelaus.

1: Luk. 8, 20.
2: Vgl. Joh. 7, 5.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger