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Epiphanius v. Salamis († 403) - Gegen die Antidikomarianiten (Panarion Haer. 78.)

5.

Andere hinwiederum haben die vorerwähnte blasphemische Rede aufgegeben, sie haben sozusagen die himmlische Wahrheit selbst naturhaft geschaut, sie sind tief eingedrungen in das, was oben ist, und haben es genau ausgekundschaftet; gerade als kämen sie direkt vom Himmel her, so verkünden sie ihre Sache voller Keckheit und behaupten darauf los mit der sichersten Miene von der Welt, der Hl. Geist habe nicht Teil an der Gottheit. Sie leugnen somit den Vater nicht, auch nicht die Ebenbürtigkeit des Sohnes mit ihm, beschreiten aber einen anderen Irrweg, auf daß allseitig sich erfülle das Wort: "Der Glaube ist geschwunden aus ihrem Munde"1 . Denn was wollen sie mit dem Hl. Geiste, der nicht verschieden ist vom Vater und vom Sohne, der aus der gleichen Gottheit ist, der sich nicht verschieden von der Gottheit denken läßt, — was wollen sie anders als Gott Vorschriften machen, statt seine Vorschriften anzunehmen, gerade als hätten sie die Macht. Sie entblöden sich nämlich nicht, den Geist verschieden [von Gott] zu nennen, einen Knecht, ein Geschöpf, einen später Hinzugekommenen, kurz: vorzubringen, was sie nur Schändliches zu seiner Herabsetzung ausdenken können. Somit ist also die gegenwärtige Welt so recht geschlagen mit einer unheilbaren Wunde des Unglaubens. Die Unbotmäßigkeit will nicht auslassen, die Menschen zu verderben durch schlechte Gesinnung, Unglauben und Unkenntnis. Darum hat diejenigen, welche an der Lästerung gegen die hl. Dreifaltigkeit noch vorbeigekommen sind, ihr müßiger und boshafter Sinn wieder auf andere Irrtümer gebracht, damit die Sünde aller offenbar werde. Ich höre nämlich, daß jemand über die heilige, immer jungfräuliche Maria nichtsnutzige Gedanken hegt und es wagt, lästerliche Verdächtigungen gegen sie zu schleudern. So ist denn, man mag es betrachten wie man will, unsere Zeit einer schlimmen Schlange gleich, einem giftigen Tiere, das im Finstern lauert und mit seinen Bissen alle gefährdet, den einen im Angesicht, den anderen an der Ferse, einen dritten an der Hand. Keiner soll vom Biß des Unglaubens verschont bleiben, sondern wer scheinbar der einen Gefahr glücklich entronnen, soll anderswo den Schlangenbiß verspüren; und wer in dem einen Punkt seinen Glauben gesund bewahrt, der soll auf andere Weise ins Unheil rennen.

1: Jer. 7, 28.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger