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Epiphanius v. Salamis († 403) - Gegen die Antidikomarianiten (Panarion Haer. 78.)

25.

Dieses wenige, was wir uns so zurechtgelegt haben, schrieben wir auf für solche, welche die Wahrheit der Schrift erkennen und nicht ins Blaue hinein darauflos schwadronieren und sich eine rechte Lästerzunge heranbilden wollen. Wenn aber einige opponieren und nicht annehmen wollen, was ihnen frommt, sondern vielmehr das Gegenteil: so können wir in aller Einfalt uns das Wort zu eigen machen: "Wer hört, der höre, und wer verstockt ist, der sei verstockt"1 . Er möge den Aposteln weiter keine Mühe machen und auch uns nicht. Denn was wir Ehrfürchtiges und der Kirche Nützliches wußten, das haben wir über die heilige Jungfrau gesagt, indem wir eintraten für sie, die aller Gnaden voll ist, wie Gabriel sagte: "Gegrüßt seist du, Begnadigte, der Herr ist mit dir"2 . Wenn aber der Herr mit ihr ist, wie sollte sie in einer anderen Verbindung stehen? Wie sollte sie, wenn sie dem Fleische sich hingab, die vom Herrn Bewachte sein? Die Heiligen sind in Ehren, ihre Ruhe ist in Herrlichkeit, ihr Abscheiden von hinnen in Vollendung, ihr Los in Seligkeit, in den heiligen Wohnungen, ein Chor unter den Engeln, ihr Aufenthalt im Himmel, ihr Wandel in den göttlichen Schriften, ihr Name in unvergleichlicher, ewiger Ehre, ihr Kampfpreis in Christo Jesu, unserem Herrn, durch welchem und mit welchem Ehre [sei] dem Vater mit dem Hl. Geist in Ewigkeit. Amen.

Alle Brüder grüßen euch. Grüßet aber auch ihr alle Brüder bei euch, die treu sind im rechten Glauben, die den Hochmut hassen, verabscheuen die Gemeinschaft der Arianer und die Spitzfindigkeiten der Sabellianer, sie, die als gleichwesentlich ehren die Dreifaltigkeit, den Vater und Sohn und Hl. Geist, drei Hypostasen, eine Wesenheit und eine Gottheit, und, kurz gesagt, eine Verherrlichungsform, — die sich auch keinem Irrtum hingeben betreffs des Heilswerkes unseres Erlösers und seiner Erscheinung im Fleische, sondern in vollkommener Weise glauben an die Menschwerdung Christi, an ihn als vollkommenen Gott, ebenso auch als vollkommenen Menschen ohne Sünde, der eben einen Leib angenommen hat aus Maria, der auch eine Seele annahm und einen Geist und alles, was zum Menschen gehört außer der Sünde, nicht als zwei Wesen, sondern als einen Herrn, einen Gott, einen König, einen Hohenpriester, Gott und Mensch, Mensch und Gott, nicht zwei, sondern einen, geeint nicht zu einer Mischung oder zum völligen Aufgehen [der einen Natur in der anderen], zu einem großen Werke der Gnade. Lebet wohl!

Mit dieser Abschrift unseres Briefes, die jener Häresie gegenüber gute Dienste leisten dürfte, lassen wir es uns genug sein. Denn wir erachten, daß es nunmehr reiche. Und so gehen wir in Gottesnamen über diese Verirrung hinweg, die einer Schlange gleicht, welche vom Finstern aus hervorzischelt. Nachdem wir sie durch Gottes weise Lehre und Macht, die wie ein Gummibaum Wohlgeruch in die Welt hinausweht durch die Tugend der heiligen Kinder der Jungfräulichkeit, die von der heiligen Maria ihren Anfang genommen, — und mit Hilfe dessen, der aus ihr der Welt ein Licht aufgehen ließ, entlarvt und das schlimme Gift der schleichenden Bosheit ihrer Anhänger aufgezeigt haben, — so werden wir hinwiederum zu anderen [Häresien] fortschreiten, zur Vollendung des ganzen in Gott begonnenen Werkes.

1: Ezech. 3, 27
2: Luk. 1, 28.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger