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Epiphanius v. Salamis († 403) - Gegen die Antidikomarianiten (Panarion Haer. 78.)

24.

In Sicima nämlich, das ist im heutigen Neapel, bringen die Einwohner des Landes Opfer dar auf den Namen der "Kore", die angeblich von der Tochter Jephtas abstammen soll, welche einst Gott zum Opfer dargebracht worden war; und denen, die sich davon berücken lassen, ist dies geworden zum Anlaß eines verderblichen Götzendienstes und eines törichten Kultes. Aber auch die Tochter des Pharao, die den Diener Gottes, Moses, geehrt, ihn aufgehoben und aufgezogen hat, ehren die Ägypter wegen des Ansehens, das einst jenes Kind genoß, über Gebühr als Göttin, und haben als üble Überlieferung diesen Kult an die törichten Menschen vererbt. Und so verehren sie noch die Thermutis, die Tochter der Ameoph, des damaligen Pharao, da sie, wie gesagt, den Moses aufgezogen. Und derart ist vieles vorgekommen in der Welt zur Irreführung derer, die sich haben täuschen lassen, nicht als ob die Heiligen für jemand Grund des Anstoßes geworden wären, sondern weil die Gesinnung der Menschen nicht ruhig bleibt, sondern sich zum Schlechten hinwendet. Sei es, daß die heilige Jungfrau starb und begraben ist; in Ehre ist ihre Grabesruhe und in Reinheit ihr Ende und die Jungfräulichkeit ihr Kranz. Oder sei es, daß sie getötet wurde, wie geschrieben steht:1 "Und ihre Seele wird ein Schwert durchdringen." Unter den Märtyrern ist ihr Ruhm und in seligen Wonnen ihr heiliger Leib. Durch sie ist ja der Welt das Licht aufgegangen. Oder sei es, daß sie [am Leben] blieb; denn es ist ja Gott nicht unmöglich, alles zu tun, was er nur will. Über ihr Ende weiß niemand Bescheid. Über die pflichtmäßige Linie hinaus darf man die Heiligen nicht ehren, vielmehr soll man ehren ihren Herrn. Darum soll aufhören die Verehrung der übel Beratenen. Denn Maria ist keine Göttin, auch hat sie ihren Leib nicht vom Himmel her, sondern aus einer Vereinigung von Mann und Weib, aber der Verheißung gemäß ist sie wie Isaak ein besonderes Kind der Vorsehung. Und niemand soll in ihrem Namen opfern. Denn dadurch verliert er seine Seele. Andererseits soll sich keiner dazu versteigen, die heilige Jungfrau herabzuwürdigen. Denn das sei ferne: Sie pflegte keinen fleischlichen Verkehr nach der Empfängnis, so wenig wie vor der Empfängnis des Erlösers.

1: Luk. 2, 35.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger