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Epiphanius v. Salamis († 403) - Gegen die Antidikomarianiten (Panarion Haer. 78.)

23.

Denn die einen lästern den Sohn, wie ich oben schon vorbemerkt habe, indem sie ihn von der Gottheit des Vaters der Natur nach unterscheiden wollen. Andere hinwiederum in entgegengesetzter Gesinnung gingen mit dem Vorhaben, Gott zu ehren, über das Ziel hinaus und sagten: Ein und derselbe sei Vater, ein und derselbe Sohn, ein und derselbe Hl. Geist. Beide Extreme aber leiden an einer unheilbaren Wunde. So haben auch in betreff dieser heiligen und beseligten, immerwährenden Jungfrau die einen sich herausgenommen, sie herunterzusetzen, indem sie sagen, sie habe sich fleischlich vermischt nach jenem größten und in Reinheit strahlenden Heilswerk des Herrn, seiner Erscheinung im Fleische. Und das ist wohl die frivolste aller Bosneiten. Wie wir nun berichten mußten, gehört zu haben, daß einige leichten Herzens diese Sünde auf sich zu laden gewagt haben, so haben wir andererseits auch das Gegenteil mit Staunen vernommen. Andere nämlich haben hinwiederum in der Wertschätzung der heiligen, immerwährenden Jungfrau den gesunden Verstand verloren und sich bemüht und bemühen sich noch, sie als Göttin vorzustellen, von Wahnwitz und Verrücktheit getrieben1 . Man erzählt sich nämlich, daß einige Weiber dort in Arabien von Thrazien her diesen Aberwitz eingeführt haben, daß sie auf den Namen der immerwährenden Jungfrau eine Art Brotkuchen darbringen, dazu sich versammeln und auf den Namen der immerwährenden Jungfrau über alles Maß hinaus eine ungerechte und lästerliche Sache unternehmen und auf ihren Namen Gottesdienst halten durch Weiber. Das alles ist doch gottlos, frevelhaft und verstößt gegen die Botschaft des Hl. Geistes, so daß das Ganze als Teufelswerk und Lehre eines unreinen Geistes sich darstellt. Es erfüllt sich eben auch an diesen das Wort: "Einige werden von der gesunden Lehre abfallen und sich Fabeleien und Lehren der Dämonen hingeben"2 . Sie werden nämlich, heißt es, den Toten Gottesdienst halten, wie sie auch schon in Israel verehrt wurden. Und so ist denn die Ehre, welche die Heiligen zu ihrer Zeit vor Gott gehabt haben, anderen, welche die Wahrheit nicht sehen, geworden zum Irrtum.

1: Darüber Haer. 79 Migne gr. 42, 740—756.
2: 1 Tim. 4, 1.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger