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Epiphanius v. Salamis († 403) - Gegen die Antidikomarianiten (Panarion Haer. 78.)

21.

Es soll aber keiner glauben, aus den Worten: "Bevor sie zusammenkamen", [den Schluß ziehen zu dürfen,] daß sie nachher zusammenkamen. Denn niemand kann dafür einen Beweis oder Anhaltspunkt geben, sondern die Schrift hat dies nur festgestellt, um die Empfängnis unseres Erlösers als jungfräulich darzutun. So steht also da: "er erkannte sie nicht" — der gebührenden Ehre wegen —, das andere Wort aber: "den Erstgeborenen", weil er eben wirklich der Erstgeborene ist, bevor die Geschöpfe wurden, und "der Erstgeborene unter vielen Brüdern"1 nach einem Ausspruch des Apostels, nicht im Vergleich zu Kindern Mariä, als ob noch andere Söhne von ihr abstammten, sondern unter denen, die gewürdigt wurden, durch ihn die Gotteskindschaft zu empfangen, als er in Wahrheit ihr Sohn wurde dem Fleische nach, damit man nicht auf den Gedanken komme, es für bloßen Schein zu halten. Auch Erstgeborener wird er genannt und Sohn eben der Jungfrau, wie gesagt nicht deswegen, weil sie noch andere Söhne gehabt hätte. Es ist das ähnlich zu verstehen wie das "Erste" vor der Menschwerdung. Denn, der wahrhaft der Erstgeborene des Vaters ist vor aller Schöpfung, wird nicht Erstgeborener genannt mit Rücksicht darauf, daß etwa andere nach ihm aus dem Vater geboren worden sind. Denn er hat keinen zweiten Bruder, weil er der Eingeborene ist. So ist er auch in seiner Erscheinung im Fleische allzeit der Erstgeborene Marias. Aber er ist auch der Eingeborene Marias, da er keinen zweiten Bruder aus ihr hat. So sollen denn diejenigen stille sein, die sich selbst zum Leid mehr auf Dinge sinnen, die schädlich, als die zum Heile sind. Nichts weiter! Wer den Herrn ehrt, der ehrt auch den Heiligen. Wer aber den Heiligen verunehrt, der verunehrt auch seinen Herrn, Es bleibe Maria in sich die heilige Jungfrau, das heilige Gefäß. Denn diesbezügliche verderbliche Meinungen können uns nichts nützen. Wir aber müssen ehrfurchtsvoller denken, um nicht dem Hochmut, der Zwietracht oder dem eitlen Gerede zu verfallen. Denn über jedes müßige Wort werden wir Rechenschaft geben müssen, wie geschrieben steht2 . Wir wollen uns um uns selber kümmern, an unsere Sachen denken, nicht unsere [Armseligkeiten] auf die Heiligen übertragen, nicht an uns das Leben der Heiligen messen.

1: Röm. 8, 29.
2: Matth. 12, 36.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger