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Epiphanius v. Salamis († 403) - Gegen die Antidikomarianiten (Panarion Haer. 78.)

3.

Nachdem nämlich das gegenwärtige Geschlecht das Maß voll gemacht hat in allem, was lästerlich und dem Hl. Geiste zuwider ist, so verfällt man wieder auf etwas Neues: Die einen lästern den Vater, den Gott und Schöpfer des Alls, das sind diejenigen, welche von der "Gnosis" ihren Namen haben. Dazu kommen auf der anderen Seite die sogenannten Marcioner und Archontiker und in deren Gefolge die Manichäer, die gerade den rechten Namen bekommen haben durch ein gerechtes Walten Gottes: den Namen, der Raserei ausdrückt, — diese alle mit mehreren Häresien, nämlich den Kainiten, Sethianern, Melchisedekianern, Kolorbasiern, Kerdonianern und den übrigen, sie lästern gegen den Vater des Alls, indem sie leugnen, daß er der Gott sei, der im Gesetz und in den Propheten gesprochen habe, der mit Recht angebetet wird von allen Geschöpfen als Schöpfer und Weltbildner; sie versuchen es, mit seiner Verehrung auch seine Herrschaft aus der Welt zu schaffen; sie leugnen den wahrhaft Seienden, einen anderen aber, der nicht existiert, dichten sie sich zurecht in ihren fabulierenden Vorstellungen. So fallen sie ab vom Gott der Wirklichkeit, und den Gott ihres Wahnes können sie nicht finden. So geht es ja mit so einem Geschwätz und einer Teufelssaat von Meinungen in der Regel: Sie richten eine derartige Verwirrung und Aufregung an, indem sie durch lästerliche Vorspiegelungen den Sinn der geschaffenen Menschen dazu aufreizen, gegen ihren Herrn Krieg zu führen durch schlechte gottesleugnerische Meinungen. Andere hinwiederum haben sich davon abgewendet und sich erkühnt, zu anderen [falschen Lehren] fortzuschreiten, indem sie den Herrn verleugnen, der allein sie erkauft hat, den eingeborenen Sohn Jesus Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, der wahrhaft und wirklich vom Vater gezeugt ist vor allem Anfang, vor aller Zeit, der ewig ist vom Vater gezeugt und mit dem Vater unbegreiflich, unversehrt gleichwesentlich mit dem Vater, nicht verschieden vom Vater. Rasend wie tolle Hunde kläffen sie gegen ihren eigenen Herrn; wie von Anfang an die Juden, die ihn nicht erkannt haben, stumme Hunde genannt worden sind1 , vom Propheten zu Recht mit diesem Namen belegt wegen ihrer schamlosen Empörung gegen den Herrn und seine Erscheinung — eine Bezeichnung, die man als zutreffend beobachten kann: man sagt nämlich, daß die tollen Hunde stumme genannt werden, weil ihre beginnende Raserei sie zahnlos macht.

1: IS. 66, 10.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger