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Epiphanius v. Salamis († 403) - Gegen die Antidikomarianiten (Panarion Haer. 78.)

15.

Wenn nun der Sohn [Josephs = Jakob] schon so alt war, wie sollte der Vater [Jakobs = Joseph], der schauen durfte ehrfurchtgebietende Geschehnisse, Engel als Hofstaat bei der Geburt des Sohnes, wie sie vom Himmel herab sangen und sprachen: "Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Friede, unter den Menschen ein Wohlgefallen"1 , — der Zeuge war, als die Hirten in die Höhle kamen, wo er geboren wurde, und dies verkündeten, — Joseph, der Greis, der die Zeit seiner Manneskraft schon überschritten hatte, der Zeuge so großer Zeichen und Wunder —, wie hätte er es wagen sollen, übermütige Lust auszulassen an dem heiligen Leib, in welchem Gott wohnte, an dem Leibe, welcher zu unserem Heile das auserwählte Medium der Menschwerdung wurde, aus welchem für uns das heilige und unversehrte Fleisch gebildet wurde in der Gottheit unseres Erlösers, wie dort der Engel Gabriel verkündete: "Der Hl. Geist wird über dich kommen und die Kraft des Allerhöchsten dich überschatten. Deshalb wird auch das Heilige, das aus dir geboren werden soll, Sohn Gottes genannt werden"2 ? Wie hätte er demnach es wagen sollen, mit der so erhabenen, so ausgezeichneten heiligen Jungfrau Maria sich leiblich zu verbinden? Was sollte uns da die müßige Frage nützen, ob sie nun auch ehelichen Umgang gepflogen habe, was ferne sei? Was aber ist empfehlenswerter: die Sache Gott zu überlassen oder uns mit Gewalt das Schlechtere herauszunehmen? Daß uns die Schrift nicht sagt: Wenn wir nicht glauben, daß Maria wiederum ehelichen Umgang pflog, so haben wir das ewige Leben nicht, sondern kommen zum Gerichte, — das ist offenbar. Das aber sagt die Schrift: "[Suchet] das Schöne, dann besonders das Gerechte, das Ehrbare3 , — damit die Rede Gnade bringe den Zuhörern"4 . Aber die Menschen vernachlässigen das. Notwendige, das was zur Wahrheit des Glaubens gehört, was zur Verherrlichung Gottes dient, und wo sie nur etwas finden können, werfen sie sich auf Gedanken, die zu ihrem Verderben sind, Gedanken, von denen doch die Schrift kein Wörtchen sagt.

1: Vgl. Luk. 2, 14.
2: Luk. 1, 35.
3: Phil. 4, 8.
4: Eph. 4, 29.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger