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Epiphanius v. Salamis († 403) - Gegen die Antidikomarianiten (Panarion Haer. 78.)

14.

Dieser Jakob trug auch einen Stirnreif auf dem Kopfe. Als einst eine Dürre eingetreten war, hob er die Hände zum Himmel und betete, und sofort gab der Himmel Regen. Einen wollenen Mantel zog er nie an. Seine Knie aber bekamen Schwielen wie die eines Kameles, weil er sie immer anstrengte im Angesichte des Herrn aus übergroßer Frömmigkeit. Man nannte ihn gar nicht mehr mit seinem Familiennamen, sondern "der Gerechte", das war sein Name. Er nahm nie ein Bad, genoß nichts von einem Tiere, wie oben schon erwähnt wurde. Er zog auch keine Schuhe an. Und so wäre viel zu sagen über diesen Mann und seinen tugendhaften Wandel. Siehst du also, daß das Haus [des hl. Joseph] in jeder Beziehung aller Ehre wert war? [Das ist für uns ein weiterer Beweispunkt.] Denn wenn die Kinder des hl. Joseph den jungfräulichen Stand zu wahren und die Aufgabe eines Nazoräers zu erfüllen wu߬ten, um wieviel mehr wußte dann der greise und ehrenwerte Mann zu bewahren die reine Jungfrau und zu ehren das Gefäß, in dem einst das Heil der Menschen Wohnung genommen? Belehrt uns denn nicht schon die Natur hierüber, da er ein Greis war, der die Jahre der Jugendkraft schon weit hinter sich hatte, der groß geworden war unter den Männern, eine treue Seele, eine ehrwürdige Erscheinung? Das Evangelium sagt nämlich: "Als ein Mann, der Gott fürchtete, suchte er sie heimlich zu entlassen"1 . — Unser Jakobus aber, der Bruder des Herrn und Sohn des Joseph, stirbt in Jerusalem, nachdem er nach der Himmelfahrt des Herrn noch ungefähr vierundzwanzig Jahre gelebt hatte, — in einem Alter von sechsundneunzig Jahren; ein Walker hatte ihm mit einem Prügel den Kopf eingeschlagen, als er von der Tempelzinne herabgestürzt unten lag. Er aber hatte das Unrecht nicht als Beleidigung empfunden, sondern die Knie gebeugt und für diejenigen, welche ihn herabgestürzt hatten, gebetet mit den Worten: "Verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!" Darum rief auch Simeon, der ferne stand, sein Schwestersohn, der Sohn des Kleophas: "Höret auf, warum steiniget ihr den Gerechten? Siehe, er betet für euer Wohl." So vollendete er sein Martyrium.

1: Matth. 1, 19.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger