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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Dritte Rede

8.

Da nämlich die, welche den falschen Göttern anhangen, vom wahren Gotte abfallen, deshalb ruft Gott in seiner Güte und in seiner Fürsorge für die Menschen die Verirrten zurück und spricht: "Ich bin der alleinige Gott", und: "Ich bin", und: "Außer mir ist kein Gott" und dergleichen Worte mehr, um das Nichtseiende zu beseitigen und alle für sich zu gewinnen. Wie wenn einer bei Tag und Sonnenschein einfachhin ein Stück Holz malte, das auch nicht eine Idee von Licht zeigte, und sagen würde, dieses Licht sei die Ursache des Lichtes, und wie dann die Sonne, wenn sie beim Anblick desselben sagen würde: "Ich bin allein das Licht des Tages und es gibt kein anderes Tageslicht außer mir", dies nicht im Hinblick auf ihren Abglanz sagte, sondern mit Rücksicht auf die Verirrung, die wegen des Bildes vom Holz und wegen der Unähnlichkeit der nichtigen Gestalt sich einstellte, so haben auch die Worte: "Ich bin", und: "Ich der Alleinige Gott", und: "Es ist kein anderer außer mir" den Zweck, die Menschen von den falschen Göttern abzubringen und sie nunmehr zur Erkenntnis seiner als des wahren Gottes zu führen. Gewiß hat Gott, als er dies sagte, durch sein Wort gesprochen, es müßten nur die heutigen Juden auch noch die Behauptung aufstellen, er habe dies nicht durch das Wort gesprochen. Doch auf diese Weise sind jene Worte gesprochen worden, mögen auch die Diabolischen rasen. Denn es erging das Wort des Herrn an den Propheten1 und man vernahm diese Worte. Wenn [S. 253] aber sein das Wort war, und durch dieses jene Worte gesprochen wurden, und Gott alles, was er sagt und tut, im Worte sagt und tut, so sind sie ja nicht seinetwegen gesagt worden, ihr Gottesfeinde, sondern mit Rücksicht auf das, was ihm fremd ist und nicht von ihm stammt. Denn, um beim genannten Bild zu bleiben, auch die Sonne hätte, wenn sie jene Worte auszusprechen gehabt hätte, mit Rücksicht darauf, daß sie ihren Abglanz nicht außer ihr hat, sondern in ihrem Abglanz ihr Licht zeigt, die Verirrung zurückgewiesen und so sich ausgedrückt. Also nicht zur Aufhebung des Sohnes, auch nicht seinetwegen stehen diese Aussprüche da, sondern zur Beseitigung der Lüge2 . Im Anfang redete darum Gott zu Adam keine solche Worte, obschon das Wort bei ihm war, durch das alles entstand. Denn es war nicht nötig, da es noch keine Götzen gab. Als aber die Menschen sich gegen die Wahrheit erhoben und sich nach Belieben Götter ersannen, da ist dann zur Beseitigung der nichtseienden Götter das Bedürfnis nach solchen Aussprüchen eingetreten. Und ich erlaube mir noch die Bemerkung, daß solche Aussprüche auch gegen den Unverstand der Christusfeinde schon zum voraus erfolgt sind, damit sie erkennen, daß der Gott, den sie außerhalb der Substanz des Vaters ersinnen, nicht der wahre Gott und nicht Bild und Sohn des alleinigen und ersten Gottes ist.

1: An Moses.
2: D. h. des Götzendienstes.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger