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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Dritte Rede

[S. 251] 7.

Doch die Gottlosen führen auch folgende Lästerreden wider den Herrn im Munde und kommen uns mit den Schmähworten: "Seht, Einer und Alleiniger und Erster wird Gott genannt, wie könnt ihr sagen, der Sohn sei Gott? Denn wäre er Gott, so könnte er nicht sagen: "Ich der Alleinige"1 und nicht: "Einer ist Gott"2. Deshalb müssen wir, so gut es geht, auch den Sinn dieser Worte feststellen, damit alle auch hieraus erkennen, daß die Arianer wirklich Gottesfeinde sind. Wenn also der Sohn mit dem Vater im Kampfe liegt, dann mag er solche Worte vernehmen, und wenn, wie David von Adonias und Absalom hörte3, dementsprechend auch der Vater den Sohn sieht, so soll er4 von sich reden und Äußerungen tun, daß nicht etwa der Sohn sich selbst Gott nennt und den einen und andern vom Vater abwendig macht. Wenn aber, wer den Sohn erkennt, noch mehr den Vater erkennt, da diesen der Sohn ihm offenbart, und wenn er im Worte, wie gesagt, noch mehr den Vater sehen wird, und wenn ferner der Sohn in seiner Ankunft nicht sich selbst, sondern den Vater verherrlichte — wie er ja zu dem, der auf ihn zutrat, sprach: "Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein"5, und auf die Frage, welches das größte Gebot sei im Gesetze, zur Antwort gab: "Höre Israel, der Herr, dein Gott, ist ein einziger Herr"6, und zu den Scharen sprach: "Ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt hat"7, und die Jünger belehrte: "Mein Vater ist größer als ich"8 und: "Wer mich ehrt, ehrt den, der mich gesandt hat"9 —, und wenn der Sohn seinem Vater gegenüber eine solche [S. 252] Stelle einnimmt, wo besteht da ein feindseliges Verhältnis, um solche Aussprüche in diesem Sinne verstehen zu können? Übrigens wenn der Sohn das Wort des Vaters ist, wer wäre — von den Christenfeinden abgesehen — so unverständig um zu glauben, Gott habe dies gesagt, um sein Wort herabzusetzen und aufzuheben? Das ist nicht die Anschauung der Christen, ferne sei dies! Denn nicht wegen des Sohnes steht dies geschrieben, sondern zur Beseitigung der falschen Götter, die sich die Menschen ersonnen haben, und diese Aussprüche haben ihren Sinn und guten Grund.

1: Deut. 32,39.
2: Deut. 6,4.
3: 3 Kön. 1,18; 2 Kön. 15,10.13.
4: Gott der Vater.
5: Luk. 18,19.
6: Mark. 12,29.
7: Joh. 6,38.
8: Joh. 14,28.
9: Joh. 5,23.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger